Partnerschaft in Krisenzeiten

26. März 2020

In außergewöhnlichen Situationen wie der Corona-Krise zeigt sich, auf wen man sich verlassen kann.  In einer guten Beziehung vertrauen die Partner einander. Sie haben ähnliche Werte und Wertvorstellungen. Es liegt ihnen etwas an der Partnerschaft und daran, sie zu erhalten. Das gilt im Privaten wie im Geschäftlichen.

Gute geschäftliche Partnerschaften müssen gepflegt werden, wenn sie langfristig bestehen sollen. Die Zusammenarbeit kommt immer wieder auf den Prüfstand und man schaut gemeinsam, was gut läuft oder verbessert werden kann. Genau an diesem Punkt ist Dialog, ist Interaktion so wichtig. Wenn etwas nicht rund läuft, muss man offen darüber sprechen. Nur auf diese Weise lässt sich etwas ändern. Bleibt man stumm, steigt die Unzufriedenheit auf beiden Seiten. Wenn immer der günstigste Anbieter für ein Projekt gesucht und ausgewählt wird, kann sich eine nachhaltige Beziehung gar nicht erst entwickeln. Kontinuität entsteht keine, es bleibt bei einem One-Night-Stand.

Wir legen großen Wert auf Qualität und Knowhow. In unseren Geschäftsbeziehungen schätzen wir Ehrlichkeit und Haltung. Das ist ein solides gemeinsames Fundament, auf dem sich mit frischen Ideen, gutem Design und Visionen gute Messeauftritte realisieren lassen.

Nachhaltiges Arbeiten: Lippenbekenntnis oder echtes Ziel?

23. März 2020

Die Messebranche ist ein ziemlich heterogener Wirtschaftszweig. Wie sehr alles und alle miteinander verwoben ist, wird uns nun durch den weltumspannenden Ausbruch des Corona-Virus vor Augen geführt. Auch wenn man die Unternehmenssparten, die sich unter dem Dach des Fachverbandes FAMAB zusammenfinden, wird das deutlich. Da gibt es neben klassischen Messebauunternehmen, Marketing-/Eventagenturen sowie Messearchitekten und -designer auch Eventcatering-Unternehmen. Dazu die jeweiligen Fach-Zulieferer.

Im diesem Januar wurde ein neuer Fachvorstand für Nachhaltigkeit in den FAMAB Vorstand berufen. Gerd Wutzler wird in Zukunft die Aktivitäten der Branchen und Organisationen zum Thema Nachhaltigkeit bündeln und vernetzen. Das beinhaltet nach seinen Worten vor allem auch den Schulterschluss mit Auftraggebern und Messeveranstaltern.

Ja, das Thema gehört auf die Agenda. Dabei geht es keineswegs nur um Ökologie und den bewussten Umgang mit knappen Ressourcen. Es geht auch um ökonomische und soziale Nachhaltigkeit. Wenn wir von sozialer Nachhaltigkeit sprechen, ist eine Frage für uns ganz zentral: Wie gelingt es, Mitarbeiter nachhaltig zu begeistern, zu motivieren und zu binden.

Nachhaltiges Wirtschaften wiederum betrachtet wirtschaftliche Transaktionen über den flüchtigen, rein monetären Moment hinaus. Deshalb lagern wir Messestände bei uns ein und bringen diese wiederholt zum Einsatz. Es ist falsch, wenn in einem Massen-Pitch, der zuallererst auf Kosten der Bewerber geht, das billigste Angebot den Stich macht. Wie oft wird das für die Anbieter zum Nullsummenspiel, wenn nicht gar zur Selbstausbeutung in der irrigen Hoffnung, einen Kunden – jetzt kommt’s – nachhaltig zu binden. Unsere Erfahrung: Gute Geschäftsbeziehungen basieren auf gegenseitigem Vertrauen, Respekt, Kaufmannstugenden.

Auch unser Unternehmen kann noch nachhaltiger werden, klar. Für gute Konzepte, die wirtschaftliches mit nachhaltigem Handeln verknüpfen, sind wir sowieso offen. Und dann? Packen wir’s an!

Neue Organisationsformen: Wo Ideen entstehen

22. Juli 2019

Wir brennen für gute Messearchitektur. Und übertragen diese positive Haltung gerne auf andere. Denn wenn der Funke der Begeisterung überspringt, andere sich von ihm anstecken lassen, können wir gemeinsam wahrhaft Innovatives und Einzigartiges erreichen. In diesem Prozess ist es wichtig, Abwegiges oder Kurioses, Durchgeknalltes oder Wunderliches zuzulassen. Denn nur in Freiräumen entsteht Neues. Das gilt ganz besonders in Zeiten der Digitalisierung.

In Zeiten des Umbruchs und des Wandels braucht es klare Orientierung. Kreative Planung von Messeauftritten und große handwerkliche Kompetenz können durch die Möglichkeiten der Digitalisierung auf eine neue Stufe gehoben werden. Dabei geht es nicht ausschließlich um neue Tools. Wir wollen die entscheidenden Schnittstellen frühzeitig erkennen und besetzen und dadurch unternehmensweite Prozesse in Gang bringen. Künstliche Intelligenz, Big Data und mehr unterstützen dabei einen der Zukunft zugewandten Spirit zu entwickeln. All dies für ein gemeinsames Ziel: Eingefahrene Organisationsstrukturen zu beleben und unbekanntes Neuland zu betreten.

Wir widmen unsere Aufmerksamkeit gezielt der Entwicklung der Messen, des Marktes und der Branche – nicht dem „nächsten heißen Scheiß“. Dieser Fokus auf die Unverwechselbarkeit der Marke zahlt sich für unsere Kunden langfristig aus. Weil wir ihre Bedürfnisse kennen und innovative Lösungsansätze immer mitdenken. Wir planen, bauen und liefern, was unsere Kunden brauchen: Sitzecken für Gespräche mit Standbesuchern und virtuelle Kommunikationsräume. Brennen für Neues heißt auch den Mut aufzubringen vom Standard abzuweichen – wir von imb: troschke sind bereit.

Wabi- Sabi – die Kunst des Unperfekten

11. Oktober 2018

Cleanness, Shabby Chic, Minimalismus, Stilmix, Natürlichkeit: Den einzig wahren Trend gibt es nicht, finden wir von imb: troschke. In diesem Jahr bekommen all diese Strömungen noch dazu Konkurrenz von Wabi-Sabi, einem inspirierenden Einrichtungstrend aus Japan. Er hat es anders als Hygge noch nicht in den Duden geschafft und bezeichnet auf den Punkt gebracht die Ästhetik des Unfertigen.

Die Schönheit des Unvollkommenen wird in den Blick genommen. Sichtbeton ist zum Beispiel ein Designelement des Wabi-Sabi. Zum Wunsch, anderes sein zu wollen, gesellt sich Geradlinigkeit, Schnörkellosigkeit und damit auch der Verzicht auf Überflüssiges.
Es geht um das, was man braucht, nicht darum, wie viel man bekommen kann. Es geht um Sein statt um Luxus. Es geht um Authentizität statt Dekoration. Damit bleibt Raum für die eigene Kreativität, fort vom Materiellen. Fehler, Macken, Brüche werden nicht verschwiegen, sondern offengelegt. Räume und die Dinge, die einen umgeben, dürfen unperfekt sein. Im Glas von Vasen dürfen Blasen eingeschlossen sein. Holz darf Astlöcher und Naturstein Patina haben. Mit all diesen Wesensmerkmalen des Wabi-Sabi, die auf Nachhaltigkeit und Gelassenheit verweisen, verändert sich auch die Idee dessen, was als „schön“ gilt, grundlegend.

Wir von imb: troschke suchen immer wieder neue Ideen abseits des Perfekten, sehen das Unfertige nicht als Bedrohung, sondern vielmehr als Möglichkeit, unserer Gestaltungskraft freien Lauf zu lassen. Unsere Kunden schätzen diese Offenheit Neuem gegenüber. Vor allem unsere langjährigen Partner wissen, dass wir bereit sind, Veränderungen in ihrem Unternehmen auch auf Messeebene engagiert zu begleiten. Ganz gleich, ob die Reise von Cleanness zu Shabby Chic führt oder von Opulenz zu angesagtem Wabi-Sabi geht.

Wie Kreative eine Stadt retten

30. August 2018

Etwa fünf Kilometer lang, knapp 337 Hektar groß, gegenüber der Nantaiser Altstadt liegt sie mitten in der Loire, die Île de Nantes. Vor einer Generation wurden dort noch Schiffe gebaut, Konserven befüllt und Bananen gereift. Als die letzte Schiffswerft 1987 geschlossen wurde, lag das einst prosperierende Nantes wirtschaftlich am Boden, die Insel war Heimstatt von Industriebrachen.

Zwei Jahre später wurde Jean-Marc Ayrault Oberbürgermeister von Nantes und machte sich daran, stadtplanerische Visionen umzusetzen. Die Leitgedanken: Nachhaltigkeit, viel Raum für Kultur, innovative Ideen und durchdachte, der Zukunft zugewandte Maßnahmen. Damit wollte Ayrault unter anderem einer Besonderheit in seiner Stadt entgegenwirken: der höchsten Arbeitslosigkeits- und Alkoholikerrate in ganz Frankreich.
30 Jahre später lässt sich ganz klar sagen: Die Vision greift. Überall ist Aufbruch. „Die Kreativen haben die Stadt gerettet“, sagen die Nantais zu Recht. Nantes ist inzwischen eine der lebenswertesten Metropolen Frankreichs.

Das Herzstück der Stadterneuerung, die Île de Nantes, wurde dabei nicht in einer Radikalkur umgewandelt, sondern wird seit Jahrzehnten nach und nach revitalisiert und behutsam – in Einzelprojekten, immer im Dialog mit der Öffentlichkeit – als neues Quartier in die Stadt integriert.

Dieses Verfahren, das im nachfolgenden Artikel im Detail beschrieben ist, gefällt uns. Auch weil Vision, Mut und Transparenz unser Handeln als Messebauunternehmen definieren. Weil wir – genau wie die Architekten, Stadt- und Landschaftsplaner in Nantes – Nachhaltigkeit, Kreativität und Offenheit als Basis für unsere Arbeit begreifen. Im Mittelpunkt immer der Mensch.

Umbau der Ile de Nantes Stadterneuerung

Violett – die Farbe der Impressionisten

5. Februar 2018

Monet tauchte seine Bilder in derart viele Nuancen, dass ein Kritiker vermutete, der Künstler könne, anders als andere Menschen, den ultravioletten Teil des Spektrums sehen. Tatsächlich beruhte die Vorliebe aber auf der neuen Theorie, dass Schatte nicht grau oder schwarz seien, stattdessen schien Violett als Komplementärfarbe des gelben Sonnenlichts ein plausiblerer Ton zu sein. Das Pantone Color Institute erklärte „18-3838 Ultra Violet“ zur Farbe des Jahres 2018, der Ton stehe für visionäres Denken.

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 21. Januar 2018

perception is reality

15. Dezember 2017

Oh. Mein. Gott. Ich stehe auf einer Holzplanke, sie ragt über das oberste Stockwerk eines 160 Meter hohen Wolkenkratzers hinaus. Meine Knie zittern. Mein Magen beginnt zu rebellieren. Ich trete einen Schritt zurück, nehme die Virtual Reality-Brille von der Nase und befinde mich wieder auf sicherem Gelände, hier im ersten Stock des Frankfurter Kunstvereins – zum Glück.

PERCEPTION IS REALITY
über die Konstruktion von Wirklichkeit und virtuelle Welten
läuft vom 07.10.2017-07.01.2018
im Frankfurter Kunstverein

Triebfedern

17. November 2017

Was ist Dein Antrieb? Bei allem menschlichen Tun gibt es stets einen Rückbezug zum eigenen Ich. In radikal egozentrischen Zeiten wie den unseren verstärkt sich die Selbstinszenierung. Der Mensch wird zur Marke seiner selbst. Bleibt die Frage: Wie bist Du wirklich und was willst Du bewegen?

Lust oder Vergnügen anzustreben und Schmerz oder Unlust zu vermeiden: So wurde in der Antike menschliches Verhalten und seine Beweggründe erklärt. Die neurologische Forschung wies Jahrhunderte später nach, dass bei bestimmten Handlungen bestimmte Hormone ausgeschüttet werden. Zum Beispiel Adrenalin, Dopamin oder Vasopressin. Motivationstheoretiker haben verschiedene Quellen des Antriebs ausgemacht, je nachdem, ob es einem Menschen mehr um das Erlangen von Vorteilen geht, die Erwartungen seines Umfelds eine Rolle spielen oder eine Aufgabe um ihrer selbst willen bewältigt wird. Auch interessant: Menschen lassen sich mit Anreizen zu einem gewünschten Verhalten bewegen.
Jeder hat etwas Anderes, das ihn antreibt. Was ist es bei Dir?

Antrieb für neue Ideen

3. November 2017

Wer mit dem Strom schwimmt, passt sich der Fließrichtung und der Geschwindigkeit des Wassers an. Sich gegen den Strom zu stemmen ist kräftezehrend, manchmal sogar unvernünftig. In der Welt der Messe ist es wie auf dem Wasser. Erfolg hat, wer Strömungen lesen kann.

Stolz wie Bolle auf meinen Messestand

Die Magie der Wellen erleben und verstehen. Die Kraft der Wellen aufnehmen und über das Wasser gleiten – ein Gefühl, das schnell zu einer Leidenschaft werden kann.
Beim Surfen wie auf Messen gilt: perfekte Vorbereitung ist wichtig. Nur wer den Markt genau kennt, kann eine Marktlücke entdecken. Sich von Wellen einschüchtern zu lassen bedeutet Starre. Wenn keiner etwas wagt, bewegt sich nichts.
Mut und Leidenschaft sind notwendig um außergewöhnliche Wege zu gehen. Wir lesen Strömungen und schaffen einen dynamischen Prozess, um mit großer Leidenschaft an einem erfolgreichen Messeauftritt zu arbeiten.
Wem es gelingt, die Energie des Meeres positiv aufzunehmen, wird mit einem einzigartigen Glücksgefühl belohnt.

Bestandene Herausforderungen machen uns stolz wie Bolle.

Ein Arschrunzeln für Hygge?

25. August 2017

Wenn der verpeilte Honk bei einem Roadtrip einen polysportiven Kopftuchstreit mit einer Hoodie tragenden Flexitarierin vom Zaun bricht und ihr den Selfiestick an die pixelige Datenbrille wirft, lässt sie vom Gardening ab, weil sie sich in ihrer Work-Life-Balance abgezockt fühlt. Sie sei queer, sagt sie ganz ruhig, und er möge sie entweder liken oder entfeunden, statt so rumzueiern. Schnell sei der ganze Tüddelkram auf Ramschniveau beim Facebooken futschikato. Da helfe weder Undercut noch Low Carb. Und überhaupt sind ihr all die Filterblasen, Schmähgedichte, Drohnenangriffe, Jobaussichten und Fake News nur ein Arschrunzeln wert, weil der Duden in seiner Neuauflage ein so wohltuendes Wort wie Hygge aufgenommen hat.  -> Emoji

„customized hotels “ Der Kunde ist König

20. Juni 2017

Im Hotelsektor sind zwei große Entwicklungen auszumachen. Die eine setzt auf das Konzept „Modernes Design für wenig Geld“, die andere auf „customized hotels“. Bei Erstgenannter werden Kosten reduziert, indem Serviceleistungen vereinheitlicht werden. An attraktiven Standorten in deutschen und europäischen Großstädten errichten Hotelketten Hotels, in denen der Gast zum Beispiel bereits beim Einchecken auscheckt. Das spart Kosten. Die Zimmer sind alle gleich, minimalistisch eingerichtet. In ihnen steht kein Schrank; es gibt keine Minibar. Dafür verfügen die Häuser über einen großen Lounge-Bereich, der zum Verweilen einlädt. Dieses reduzierte Konzept erfreut sich großer Beliebtheit – bei Gästen und Investoren. Hierzulande war die Hotelkette, die sich in den Farben braun und türkis präsentiert, eine der Vorreiterinnen. Inzwischen gibt es zahlreiche Nachahmer in der Branche. Diese Hotels, die dort angebotenen Zimmer und der Service funktionieren genau wie Systemstände auf einer Messe. Das macht es Veranstaltern und Ausstellern einfach. Kostengünstig sind diese Konzepte noch dazu.

Reduziert und einheitlich, aber ausgeklügelt und pfiffig: das Konzept der 25 h Hotels.

Doch wie sagt der Zukunftsforscher Matthias Horx so treffend: „Jeder Trend hat einen Gegentrend.“

Neben dem Trend „Hotels von der Stange“ gibt es eine andere Entwicklung. Sie weist in die diametral entgegengesetzte Richtung: Statt auf Konformität, Wiedererkennbarkeit und damit auch verlässlich Gleiches und Gleichbleibendes zu setzen, werden individuelle Kundenwünsche in den Mittelpunkt gestellt – und erfüllt. Müsste ein Begriff dafür erfunden werden, lautete der wohl „customized hotels“ oder „Gastfreundlichkeit 4.0“ In diesen Hotels gleicht kein Zimmer dem anderen, jeder Gast bekommt genau die Leistung, die er erwartet. Ob er eine Yogamatte benötigt oder einen Fahrradhelm, eine Kaffeemaschine oder einen Kühlschrank, eine festere Matratze, einen Rasierapparat, einen Stadtführer oder veganen Wein in der Minibar: alles ist möglich. Dadurch wird ein Aufenthalt zum einzigartigen Erlebnis, das begeistert, inspiriert und – wenn es nach dem Willen der Betreiber und des Serviceteams geht – glücklich macht. Ein Hotel, das sich die Zufriedenheit seiner Gäste auf die Fahnen geschrieben hat, ist der Schindlerhof bei Nürnberg. Der Frankfurter Allgemeinen Zeitung war das Geschäftskonzept der Hotelbetreiber im Frühjahr sogar einen ausführlichen Artikel wert:

Ob Systemstand mit perfekter Infrastruktur oder maßgeschneiderter Messeauftritt: Wir als Messearchitekten setzen alles daran, die Wünsche unserer Kunden zu erfüllen, damit diese am Messestand optimal auf die Wünsche ihrer Kunden eingehen können. Wir wollen, dass das gute Gefühl von einem zum anderen weitergegeben wird. Dann sind auch wir zufrieden.

Zweifellos ein Höhepunkt des individuellen Reisens: Das Ice Hotel in Schweden. Jedes Jahr werden die Zimmer von Eiskünstlern neu gestaltet. Eine Übernachtung wird zum Riesenerlebnis. Neugierig geworden? Mehr dazu: Eiskalte Kunst in Nordschweden

Glück. Messeauftritte, die in Erinnerung bleiben

24. April 2017

Wenn Globalisierung, Digitalisierung und neue Arbeitsformen den Alltag bestimmen, braucht es ein Gegengewicht. Wo steter Wandel herrscht und man nur noch jedem vermeintlichen Trend hinterherhetzt, wird die Welt ein bisschen kälter. Das Echte, das Wahre, Gute und Schöne bleibt auf der Strecke. Diese Erkenntnis gilt auch für die Messebranche: Selbst wenn man zu den Trendsetter gehört, rund um Messen perfekt kommuniziert oder einen Stand optimal gestaltet: Lebendig wird die Kommunikation und die Inszenierung erst durch Gefühle.

Unser größtes Glück als Messebauer ist es, wenn ein Kunde auf einer Messe stolz wie Bolle vor seinem neuen Stand steht und ihm die Zufriedenheit ins Gesicht geschrieben ist. Wir freuen uns zwar auch über Auszeichnungen wie den German Brand Award oder den Red Dot Award, aber richtig, richtig glücklich machen uns zufriedene Kunden.

Vielleicht sind wir von imb: troschke ein emotionaler Haufen. Vielleicht nehmen wir unsere Arbeit zu persönlich. Vielleicht sind wir zu altmodisch. Oder zu hyggelig*. Wie dem auch sei: Wir wollen Messestände bauen, die echte Empfindungen auslösen. Etwa ein freudiges „Kannst du dich noch an diesen tollen Stand erinnern“-Gefühl, das lange andauert.

Unsere Branche ist ja nicht gerade bekannt dafür ein Zuckerschlecken zu sein. Der Markt ist umkämpft. Oft zählt nur der Preis und nicht die Qualität oder das handwerkliche Können. Gute Messestände werden von Billiganbietern aus Fernost kopiert und zu Dumpingpreisen angefertigt. Bürokratie und Gesetzesauflagen lauern hinter jeder Ecke. Das wissen wir alles und es macht uns das Unternehmensleben nicht gerade leichter. Es ändert aber nichts, aber auch gar nichts daran, dass wir danach streben, unsere Kunden glücklich zu machen. Für uns zählt das Wir!

In allen vier Ecken soll Liebe drin stecken.

*Hygge, das ist ein gemütliches Gartenfest mit Freunden, Sonne im Gesicht, ein behaglicher Nachmittag in dicken Socken und einem Kakao auf der Couch, ein Picknick im Park. Hygge, das sind nette Kollegen, gute Freunde und Geschäftspartner, die fast schon zu Freunden geworden sind.

Bühne frei für eine Überraschung

26. September 2016

das SETTING. Du gehst im japanischen Kashiwa in ein Café und bestellst einen kleinen Kaffee. Die freundliche Bedienung nimmt die Bestellung auf, geht davon und kehrt nach kurzer Zeit mit einem Fischsüppchen zurück. „Das habe ich nicht bestellt. Ich wollte einen Kaffee“, sagst du. „Aber der Gast da drüben am Tisch hat die Suppe vor Ihnen bestellt und deshalb bekommen Sie sie“, sagt die Bedienung und nickt entgegenkommend. Deine Verwirrung ist groß. Dir hätte vielleicht jemand sagen sollen, dass es im Ogori-Café immer so zugeht. Jeder Gast bekommt genau das auf den Tisch, was der Gast vor ihm bestellt hat.

die FRAGESTELLUNG. Willst du Erwartungen erfüllen, überraschen oder Erwartungen enttäuschen? Willst du, dass deine Erwartungen erfüllt werden, oder lieber überrascht werden? Vielleicht gehst du gar nicht erst ins Ogori-Café, weil deine Furcht, enttäuscht zu werden, zu groß ist.

der ZUSAMMENHANG. Auch in der Messekommunikation geht es um Kunden-Erwartungen, die erfüllt werden wollen. Deshalb steht am Anfang einer Zusammenarbeit für uns immer der Satz: „Wir müssen reden.“ Wir sammeln Informationen – gemeinsam mit unserem Kunden – und definieren Ziele – ebenfalls gemeinsam mit ihm. Daraus entwickeln wir ein Messekonzept. Unser Anspruch: Messekommunikation so zu verdichten, dass sie die Zielgruppe unseres Kunden punktgenau abholt und seine strategischen Ziele erfüllt.

das FAZIT: Das Konzept des Ogori-Café gefällt uns, weil es zwingt, die Perspektive zu verändern. Als Gast denkt man dort nicht nur an sich und die eigenen Erwartungen, sondern auch an den Gast, der nach einem kommt, und dessen Erwartungen. In der Messekommunikation freilich ist die Zufriedenheit unseres Kunden unser zentrales Anliegen. Wir wollen, dass er das bekommt, was er bestellt hat, angereichert mit unseren Ideen und kreativen Vorschlägen. Das Ogori-Konzept ist deshalb für unsere Art der Messekommunikation nicht geeignet. Gleichwohl verstehen wir es als Input und Inspiration. Ein Blick über den Tellerrand eben.

Kirschblüten-Origami in Valencia

15. September 2016

Nozomi: Das ist zum einen der Name des Hochgeschwindigkeitszuges, der zwischen Tokio und Hakata verkehrt. Zum anderen bedeutet der Begriff „Hoffnung“ oder „erfüllter Wunsch“. Im spanischen Valencia haben Nuria Morell und José Miguel Herrera sich einen Wunsch erfüllt. Die beiden schätzen die japanische Kultur, insbesondere die japanische Kochkunst. Im Jahr 2015 haben sie eine Sushi-Bar eröffnet, die durch außergewöhnliches Design besticht. Das Nozomi verbindet zwei Gegensätze, die die Eigentümer mit den Begriffen „emotional classic“ und „rational contemporary“ beschreiben. Wände, Decken und Fußböden aus grauem Sichtbeton stehen für die rationale Gegenwart. Das stark von japanischer Handwerkskunst beeinflusste Interieur wiederum entführt die Eintretenden in eine Straße in Japan. Helles Holz, meisterlich verarbeitet und maßgefertigt, liebevoll dekorierte Tische und formschöne japanische Keramik erwarten die Gäste. In der großen Lounge schmücken hunderte von Kirschblüten-Origami die Decke. Sie schaffen die Illusion eines Hofs, über dem ein riesiger Kirschbaum seine Zweige spannt. Eine weitere gute Nachricht: Das Sushi ist ausgezeichnet.

Nozomi Sushi Bar, C/Pedro III El Grande, II D., 46005 Valencia

www.nozomisushibar.es

Foto: Cualiti.com

Reduktion auf das Wesentliche: Weniger ist mehr

5. September 2016

Auf das Wesentliche reduziert, bezeichnet Raum nicht mehr und nicht weniger als einen von Wänden,
Boden und Decke umschlossenen Teil eines Gebäudes. Doch wieviel Raum braucht der Mensch überhaupt – auf einer Geschäftsreise, im Urlaub, am Arbeitsplatz, zum Leben?

Bringt viel wirklich viel? Oder sollte man das japanische Sprichwort „Dai wa sho o kaneru“ wörtlich nehmen: Weniger ist mehr? Angeregt wird die Auseinandersetzung mit solchen Fragen nicht zuletzt von der Verdichtung der Städte und der Erkenntnis, dass Quadratmeterangaben allein keine Aussage über die Qualität eines Raumes zulassen. Es kommt schließlich ganz darauf an, was man aus ihm macht – und das nicht nur in Japan.

Das ninehours hotel in Kyoto ist hier ein perfektes Beispiel. Sie bringen es ganz einfach visuell auf den Punkt: 1h+7h+1h. Denn manchmal braucht der moderne Mensch ein Hotel nur um zu schlafen. Vielleicht noch, um am Ankunftsabend zu duschen und sich am nächsten Morgen frisch zu machen, bevor er wieder seiner Wege geht. Kapselhotels wie das „ninehours“ sind entstanden, weil es zuvor in den dicht besiedelten japanischen Metropolen kaum preiswerte Hotels gab. Mit ihrem äußerst minimalistischen Konzept schließen sie nicht nur eine Marktlücke, sondern haben sich zur Touristenattraktion entwickelt.

Foto ninehours Hotel
https://ninehours.co.jp/en/kyoto/

Von Japan lernen: Durchdachte Räume

23. August 2016

Im neuen TELLERRAND widmen wir uns dem Thema „Raum“:

Wie wird er in Japan genutzt? Welcher Anspruch an ihn gestellt? Wie lässt sich
aus kleinem Raum das Größtmögliche machen? Wir Europäer neigen dazu, alles
japanische überwiegend unter ästhetischen Aspekten zu betrachten. Geht es
um die Gestaltung von Raum, greift das zu kurz. Kultur, Tradition, aber auch
Funktionalität spielen ebenfalls eine Rolle.

Bei unserem Blick über den TELLERRAND befassen wir uns also auch mit diesen
Aspekten. Dadurch ergeben sich in der zweiten Ausgabe wieder überraschende
Einblicke und neue Erkenntnisse. Versteht man sich in Japan doch vortrefflich
darauf, den vorhandenen Raum individuell und durchdacht zu nutzen. Das glückt
unter anderem, weil die Grenzen zwischen Innen und Außen weit weniger scharf
gezogen und damit durchlässiger sind als in unserer westlichen Kultur.

Denn auch dort gilt: Wer klug plant und kreative Ideen mutig umsetzt, dem gelingt
es, auf kleinem Raum Geschichten zu erzählen, die den Besucher fesseln und die
lange nachwirken.

„Web 0.0“ von Biancoshock

10. Juni 2016

In Civitacampomarano ist der Empfang mies und das Netz lahm. Aber dank eines Kunstprojekts gibt es eine Whatsapp-Telefonzelle, einen Gmail-Briefkasten und die Tinder-Knutschecke.

Ein 450-Seelen-Dorf in der italienischen Provinz lernt gerade Facebook, Youtube und Tinder kennen. In Civitacampomarano ist das Internet noch eine unbekannte Welt. Smartphones würden nicht richtig funktionieren und eine Datenverbindung sei praktisch nicht existent, sagt der Mailänder Street-Art-Künstler Biancoshock.

Auf soziale Netzwerke verzichten müssten die Dorfbewohner trotzdem nicht, denn die Funktionen von Internetdiensten seien im Dorf schon vorhanden: Facebook ist zum Beispiel der Schaukasten im Dorfzentrum. Hier kommen die Bürger zusammen und tauschen sich über Neuigkeiten aus. Mit seinem Projekt „Web 0.0“ möchte der Künstler zeigen, dass die gängigen Internetdienste nicht so unverzichtbar sind, wie sie von manchen wahrgenommen werden

Bild: www.biancoshock.com
Quelle: Süddeutsche Zeitung
12. Mai 2016

http://www.biancoshock.com/web-00.html

Furoshiki: klug verpackt – vielseitig & nachhaltig

6. Juni 2016

Sprechen wir über Geschenke. Man nehme Papier seiner Wahl und hülle ein Geschenk darin ein. Eine Schleife drum und ab auf den Gabentisch. Doch so groß die Mühe beim Einpacken, so kurz der Moment, wenn die Geschenkverpackung aufgerissen wird – um anschließend im Müll zu landen. Nachhaltig ist das nicht. Wie anders machen es die Japaner.
Sie verwenden Furoshiki. Das sind baumwollene, manchmal edle Tücher, in die Geschenke und andere Gegenstände kunstvoll eingeknotet werden. Wie viel umweltfreundlicher als Plastikverpackungen jeder Art! Noch dazu wiederverwendbar.

Auch ein Messeaufritt ist im Idealfall die kunstvolle Verpackung einer Marke, eines Produkts, einer Idee. Oftmals nur für die Dauer einer Messe. Danach landen auch Messestände nicht selten auf dem Müll – selbst wenn hochwertige Materialien verwendet wurden. Nachhaltigkeit sieht anders aus. Dabei lässt sich das Prinzip Furoshiki übertragen.
Auch in unserem Unternehmen funktioniert Wiederverwendbarkeit und damit Wertschätzung. Wir Messearchitekten von imb: troschke haben uns dem Prinzip der Nachhaltigkeit verpflichtet. So entsteht aus individuellen Kundenwünschen ein unverwechselbarer Messeauftritt. Ist die Messe beendet, wird alles sorgfältig abgebaut und eingelagert. Bis zum nächsten Mal. Wir denken Furoshiki.

www.imb-troschke.de
www.imb-troschke.de
www.imb-troschke.de
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www.imb-troschke.dw
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Interessante Selbstporträts des Ichs

28. April 2016

Das traditionelle Selbstporträt ist heute Geschichte. Früher malte sich nur der Künstler vor dem Spiegel. Im Facebook-Zeitalter ist die Selbstdarstellung zum Tool für jedermann geworden. Wir leben in radikal egozentrischen Zeiten. Unsere Gesichter wandern Tag für Tag in ein gigantisches digitales Bildarchiv. Was haben die Künstler dem entgegenzusetzen? Günther Förg schreitet kopflos eine Treppe hinab, Wolfgang Tillmans zeigt nur sein Knie, Pawel Althamer seine Kleider, Michael Sailstorfer formt seinen Namen in großen Lettern, und Sarah Lucas tritt dem Betrachter beinahe ins Gesicht, während Florian Meisenberg ihn per Smartphone-Livestream an seinem Leben teilhaben lässt. Ironisch, spielerisch und dekonstrukiv – Künstlerinnen und Künstler halten uns nicht länger ihr Gesicht vor Augen, wie es früher üblich war. Sie lassen die Selbstenthüllung hinter sich und entziehen sich unserem Blick, sie gehen Umwege und auf Distanz zum eigenen Ich. In einer Themen-ausstellung mit etwa 40 Positionen folgt die SCHIRN diesen Bilderstürmern auf ihrer Suche nach einer zeitgemäßen Form der Selbstdarstellung – darunter mit Arbeiten von Abraham Cruzvillegas, Ryan Gander, Alicja Kwade, Jonathan Monk und Rosemarie Trockel. Das Ich wird experimentell evakuiert. Es kommt nur noch zu flüchtigen Begegnungen.

Quelle:

http://www.schirn.de/ausstellungen/2016/ich/

The Happy Show

25. April 2016

Was macht uns glücklich? Kann man das Glücklichsein trainieren? Stefan Sagmeister, der sein New Yorker Studio alle sieben Jahre für eine Auszeit schließt, hat sich auf eine persönliche Suche nach dem Glück gemacht und sich dabei verschiedenen Selbstversuchen unterworfen, um die effektivste Methode zur Steigerung des individuellen Glücksempfindens herauszufinden: Er hat Meditation, Konzentrations- und Entspannungstechniken ausprobiert, sich einer kognitiven Verhaltenstherapie unterzogen und stimmungsaufhellende Pharmazeutika konsumiert. Die Ergebnisse dieser Experimente ergänzt er um sozialwissenschaftliche Daten der Psychologen Daniel Gilbert, Steven Pinker und Jonathan Haidt, des Anthropologen Donald Symons und bedeutender HistorikerInnen und setzt sie so in einen größeren Kontext.
Sagmeister verarbeitet seine Forschungen rund ums Glück zu hochgradig emotionalen Infografiken, faszinierenden Schlagzeilen, Drucken, amüsant-lehrreichen Videos, Filmen, Installationen sowie Skulpturen und lässt die Besucherinnen und Besucher von The Happy Show so in seine Gedankenwelt eintauchen. Vor plakativem Schwarz-Gelb fluten seine Arbeiten auf über 1.000 Quadratmetern eine ganze Etage des Museum Angewandte Kunst, breiten sich zusätzlich in den Fahrstühlen, Aufgängen und Funktionsräumen des Hauses aus.

Die Ausstellung läuft vom 23. April bis 25. September 2016

http://www.museumangewandtekunst.de/de/museum/ausstellungen/vorschau-stefan-sagmeister-the-happy-show.html

Der Daruma: ein japanischer Glücksbringer

5. Januar 2016

Der Daruma ist einer der beliebtesten Glücksbringer in Japan. Er besteht aus Pappmaché und wird mit einem Gewicht beschwert, damit er nicht umfallen kann. Somit macht er Mut, sich in jeder Situation wieder aufzurichten. Die Darumafigur steht für Glück oder Erfolg und symbolisiert den buddhistischen Mönch und Zen-Patriarchen Bodhidharma. Außer Yoga soll der Mönch noch verschiedene Kampfstile beherrscht haben und der Begründer der Shaolin-Kampfkünste sein. Seine Darstellung ohne Arme und Beine geht darauf zurück, dass der Mönch angeblich neun Jahre im Meditationssitz vor einer Felswand saß, um die Erleuchtung zu erlangen. Der Sage nach soll er einmal während einer Meditation eingeschlafen sein. Als er aufwachte, ärgerte er sich dermaßen über diese Disziplinlosigkeit, dass er sich die Augenlider abschnitt – deshalb die großen Augen. Daruma gilt als Helfer bei der Erfüllung von Wünschen: Zunächst wird ein Auge des Glücksbringers ausgemalt und er wird an einen Ort gestellt, an dem man möglichst jeden Tag vorbeikommt. Ist der Wunsch in Erfüllung gegangen, wird das andere Auge ausgemalt. Dann kann die Figur in einem Tempel
verbrannt werden.