Gedankenexperimente

23. September 2021

Digital ist nicht analog. Was das für Perspektiven ergibt! Eine Bewusstseinserweiterung geradezu im Wortsinn. Jede Form von Parallelwelt ist möglich. Ein, zwei Klicks und schon ist man drin im schönsten Abenteuer, in einer fantasievollen Lernwelt, in der Digital Brandspace.

Beim Gaming zum Beispiel versinkt mancher Spieler in seinem ganz eigenen Universum, einem, das mit seinem Leben, seinem Alltag wahrscheinlich nicht viel gemein hat. Die analoge Realität verschwindet, die digitale wird echt. Dieses eigene Universum muss kein einsames sein, denn Gaming funktioniert mit anderen Gamern. Räumliche Wahrnehmung, Orientierung, strategisches Denken werden trainiert. Cooles Konzept eigentlich. Erinnert an die Idee des „brain in a vat“, des Gehirns in einer Nährlösung, verbunden mit einem Computerprogramm. Ein Bewusstsein also, das ohne Körper auskommt und all seine Erfahrungen virtuell macht – aber gleichermaßen intensiv und dicht.

Was ist dann wahr, was Fantasie? Ist es überhaupt notwendig zu unterscheiden? Warum? Und wer entscheidet das? Ja, wir stellen Ihnen und uns provokative Fragen, weil wir Digital Brand Spaces entwickeln und mehr haben wollen als die Oberfläche. Wir wollen Tiefe, Intensität. Wir wollen wissen, wie er zustande kommt, der unwiderstehliche Sog ins Game, ins Digitale.

Wohl wissend, dass auch Computerspiele nicht nur gute Seiten haben, finden wir: Über den Tellerrand schauen und eine Spur am Thema vorbei nachdenken, bringt sagenhafte neue Inputs. Sonst bleibt ja alles beim Alten.

Wollen Sie Teil haben an unseren Erkenntnissen? Dann hier zwei Tipps:

digital_brandspaces by imb-troschke

Wikipedia-Beitrag „Ludologie“

PS Wussten Sie eigentlich, dass Comics Mitte des vergangenen Jahrhunderts als Schundliteratur verpönt waren, weil man schädliche Wirkungen auf Kinder und Jugendliche unterstellte? Kann man sich heutzutage nicht mehr vorstellen. Comics sind Kunst.

Jeder Mensch…

11. Mai 2021

Es ist ein kleines Büchlein, Ferdinand von Schirachs Jeder Mensch. Aber es enthält vieles, über das sich nachzudenken lohnt: Der Schriftsteller und Strafverteidiger von Schirach hat unsere Welt des 21. Jahrhunderts unter dem Aspekt der Grundrechte betrachtet. In seinem Manifest – nichts anderes ist Jeder Mensch – kommt von Schirach zu dem Schluss, dass frühere Menschenrechtserklärungen die Vision einer besseren Gesellschaft enthielten. Damit die Charta der Grundrechte der Europäischen Union dies ebenfalls leistet, muss sie um sechs Grundrechte erweitert werden.

Zum Hintergrund: Die Charta der europäischen Grundrechte trat 2009 als Teil des Vertrags von Lissabon in Kraft, war aber bereits lange Jahre zuvor im Rahmen einer gemeinsamen europäische Verfassung geplant. Diese EU-Verfassung wurde von den Bürgern Frankreichs und den Niederlanden in Volksabstimmungen abgelehnt. Nach einer Denkpause einigte man sich auf einen Reformvertrag, der schließlich am 1. Dezember 2009 in Kraft trat.

Bereits 1999 war ein Europäischer Konvent eingesetzt worden, mit dem klaren Auftrag, einen Entwurf der Charta zu entwickeln. Am 2. Oktober 2000 lag dieser vor. Das ist nun 21 Jahre her.

Ließ sich damals schon absehen, in welchem Ausmaß Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Klimawandel und ausufernde Globalisierung unser aller Leben beeinflussen würden? Hätte sich jemand vorstellen können, dass demokratisch gewählte, politische Führer der westlichen Welt Lügengeschichten – Fake News – über ein Medium wie Twitter in der ganzen Welt verbreiten könnten? War vorstellbar, dass (fast) jeder und jede mit einem Smartphone ausgestattet, Tag und Nacht Zugang in das World Wide Web haben würde, dass Kryptowährungen entstehen könnten? Das sind alles revolutionäre Entwicklungen, die in den Grundrechten nur unzureichend abgebildet werden.

Von Schirach und sein Mitstreiter, der Jurist und Aktivist Bijan Moini, jedenfalls sind der Auffassung, dass die Grundrechtscharta der Europäischen Union einer Aktualisierung bedarf, um eine Vision, eine Utopie zu sein. Wir sollten zumindest darüber nachdenken, ob wir Grundrechte brauchen, die unsere digitale Selbstbestimmung stärker in den Blick nehmen. Unsere Daten sind in der digitalen Welt Ware und Währung geworden. Wer schützt uns wie vor Missbrauch? Brauchen wir Grundrechte, die sicherstellen, dass wir, aber vor allem die Generationen, die nach uns kommen, in einer intakten, gesunden und geschützten Umwelt leben. Ist es ein Grundrecht, dass Regierende die Wahrheit sagen und uns nicht belügen?

Wie gesagt, es lohnt sich, darüber nachzudenken.

 

Artikel 1 – Umwelt

Jeder Mensch hat das Recht, in einer gesunden und geschützten Umwelt zu leben.

 

Artikel 2 – Digitale Selbstbestimmung

Jeder Mensch hat das Recht auf digitale Selbstbestimmung. Die Ausforschung oder Manipulation von Menschen ist verboten.

 

Artikel 3 – Künstliche Intelligenz

Jeder Mensch hat das Recht, dass ihn belastende Algorithmen transparent, überprüfbar und fair sind. Wesentliche Entscheidungen muss ein Mensch treffen.

 

Artikel 4 – Wahrheit

Jeder Mensch hat das Recht, dass Äußerungen von Amtsträgern der Wahrheit entsprechen.

 

Artikel 5 – Globalisierung

Jeder Mensch hat das Recht, dass ihm nur solche Waren und Dienstleistungen angeboten werden, die unter Wahrung der universellen Menschenrechte hergestellt und erbracht werden.

 

Artikel 6 – Grundrechtsklage

Jeder Mensch kann wegen systematischer Verletzungen dieser Charta Grundrechtsklage vor den Europäischen Gerichten erheben.

 

Charta der Grundrechte der Europäischen Union: https://www.europarl.europa.eu/charter/pdf/text_de.pdf

Ferdinand von Schirach, Jeder Mensch, München, April 2021

Jeder Mensch ist erschienen im Luchterhand Verlag: Bestellen Sie hier Ihr Exemplar

Neues Standardwerk zu Eventpsychologie erschienen

17. Dezember 2020

Steffen Ronft, Dozent für Marketing und Psychologie an der SRH Mobile University sowie an weiteren Hochschulen und Weiterbildungsstätten, hat ein Grundlagenwerk zur Eventpsychologie herausgegeben. Darin finden sich Grundlagen und Konzepte zu eben diesem Thema. imb troschke, internationaler Dienstleister für Messearchitektur und Messemanagement, rundet das Standardwerk in einem Beitrag von 30 Experten mit dem Titel „Dreidimensionale Kommunikation durch Messearchitektur“ ab. „Uns war wichtig, die Praxisperspektive einzubringen, indem wir einzelne Aspekte der Eventpsychologie auf die Messebranche anwenden und aus unserer Sicht beleuchten“, sagt Andrea Walburg, Geschäftsführerin von imb troschke. Sie ist – gemeinsam mit Anna-Lena Heukrodt und Elke Kaltenschnee – Autorin des Beitrags.

Die Psychologie ist eine Wissenschaft, die sich mit menschlichem Verhalten beschäftigt. Von dieser Disziplin kann auch die Eventbranche profitieren. Das Buch Eventpsychologie zeigt auf, wie sich Events mithilfe von Erkenntnissen aus der Psychologie optimieren lassen. Neben Grundlagen und einem Überblick über den aktuellen Stand der Forschung bietet das Werk einen Einblick in Spezialthemen wie Multisensorik und Wahrnehmung, Kommunikation, Sicherheit bei Veranstaltungen, Emotionsmessung und Networking. Zudem wird untersucht, welche Eventformate sich für spezielle Themenbereiche eignen und worin die besonderen Herausforderungen für Eventmanager bestehen. Mehr als 40 renommierte Autorinnen und Autoren schildern sowohl wissenschaftliche Erkenntnisse als auch die praktische Umsetzung. Das Buch liefert wichtige psychologische Erkenntnisse alle, die mit gelungenen Veranstaltungen erfolgreich sein möchten.

Produktseite (Bestellung Hardcover & eBook): https://bit.ly/2Uoq7nA

ISBN (Print): 978-3-658-28887-7

ISBN (eBook): 978-3-658-28888-4

DOI: https://doi.org/10.1007/978-3-658-28888-4

 

Marken als Akteure des Wandels

18. August 2020

So vieles anders. In der Corona-Zeit haben die Menschen den Reiz des Einfachen entdeckt. Radfahren statt Fernreisen. Baggersee statt Südsee. Jeans statt Businesskostüm. Treffen im kleinen Kreis statt Massenmeeting. Die Aufzählung ließe sich fortsetzen.

Alles ambivalent. Im Arbeitsleben dominiert nun vielfach Homeoffice. Für manche das himmlische Jerusalem, für andere kaum praktikabel. Zum Beispiel für uns: Messen und Hauptversammlungen lassen sich nicht im Homeoffice veranstalten. Kurzarbeit trifft viele Arbeitnehmer – in unserer Firma ebenfalls. Auch hier die Feststellung: für die einen entschleunigend, weil sie endlich mehr Zeit haben. Für andere Anlass für Sorgen, weil ihr Lebensstandard durch den Einkommensverlust bedroht ist. Unsere Erkenntnis: Noch mehr als früher ist Flexibilität gefragt.

Die Perspektiven verschieben sich. Die Zeichen stehen auf weniger Konsum. Sind viele Branchen betroffen. Luftfahrt, Automobil- und Bekleidungsindustrie, Einzelhändler, produzierendes Gewerbe. Die Messe- und Eventbranche sowieso. „Was brauche ich wirklich?“ und „Muss es immer mehr, mehr, mehr sein?“ stehen als Fragen allenthalben im Raum. Unsere Meinung: Die Krise bietet die Chance, einen Schritt zurückzutreten, zu schauen, was wirklich gebraucht wird und entsprechend zu handeln. Beschränkung ist weder Makel, noch Gefahr. Sie ist eine Chance.

Angesichts der Änderungen, der Ambivalenz und der verschobenen Perspektiven ist es an der Zeit, die eigene Markenführung zu überdenken. Marken von morgen fokussieren auf Werte und kollektive Identitäten. Sie bieten Orientierung in einer komplexen Welt.
Sinnökonomie wird ein neuer Begriff werden. Das Wir wird zu einer Markenwährung. Denn Marke und Mensch brauchen echte Begegnungen.

Mut in Dosen

17. Mai 2020

Die große Gleichheit. Was, wenn sich der Markt verändert, sich gar alles verändert? Dann wird eine den Anfang machen und ausbrechen. Irgendwann. Sie wird Flagge zeigen, Farbe bekennen, klar sagen wofür Sie steht und was ihr Inhalt ist und den Mut haben, sich aus der Uniformität herauszuwagen.

Zuerst sind die anderen Dosen noch skeptisch. Doch je größer der Erfolg der einen ist, die neues wagt, desto bereitwilliger nehmen die Dosen in ihrer Umgebung den Trend auf.
Wenn dann aus dem Mut der ersten Dose ein Trend wird, der um sich greift und schließlich alle erfasst, kommt sie irgendwann wieder, die Uniformität.

Doch die Perspektiven verschieben sich. Auch bei Trends. Fragen wie: „Was brauche ich wirklich?“ und „Muss es immer mehr, mehr, mehr sein?“ stehen allenthalben im Raum. Und so ist es an der Zeit, einen Schritt zurückzutreten und zu schauen, was wirklich gebraucht wird. Beschränkung ist weder Makel, noch Gefahr. Sie ist eine Chance.

Was Bedeutung gewinnt? Ganz klar: Der Faktor Mensch.
Der Fokus wandelt sich von Zielgruppen zu Lebensstilen.
Marken werden Treiber des Wandels. Digital wie analog.

Symbolisch für die momentane Situation auf Messen steht unsere kleine Ausstellung „Mut in Dosen“. Wir werden nachdenken müssen, was Marken und damit auch Messen in Zukunft stark macht.

Disruptives Denken: Was Pippi Langstrumpf mit agilem Arbeiten zu tun hat

7. April 2020

Wahrhaft herausfordernde Zeiten! Niemand kann mit Gewissheit sagen, wo wir in einem Monat, einem halben Jahr, in einem Jahr stehen. Wie gut, dass Konzepte existieren, die Ungewissheit in eine Challenge zur Veränderung verwandeln.

Agiles Arbeiten, zum Beispiel im Homeoffice, ist eines davon. Disruptives Denken ein anderes. Wir nehmen diese Challenge an und zwar, indem wir die aktuelle Situation nicht aus unserem Denken ausklammern, sondern in unser Denken einbeziehen. Wir sagen nicht: Wenn der ganze Scheiß vorbei ist, können wir hoffentlich da weitermachen, wo wir vor der Coronakrise waren, sondern wir verwandeln den originären Schock, in eine Chance. Der legt unser Geschäftsmodell lahm und holt uns aus unseren Routinen. Zugleich zerstört er unser Denkkorsett und befreit uns. Wir atmen frei, bewegen uns frei, denken in ganz neue Richtungen. Was kreative, was produktive Möglichkeiten! Welch ein Innovationspotenzial!

Ohne Pippi Langstrumpf vereinnahmen zu wollen: Sie wäre ein guter Scrum Manager, hätte es das Konzept vor 40 Jahren schon gegeben. Ja, das sind Gedankenspielereien, alles Spekulation und reichlich Konjunktiv. Doch Pippi besitzt die Weitsicht und die Empathie, die Analysefähigkeit und den Mut, den Fokus und die Ausdauer, um ein Team zu Spitzenleistungen zu bringen.

Pippi Langstrumpf, die bestens ohne Denkkorsett zurechtkommt. Durch ihre Lebensweise stellt sie sogar das Kindsein komplett auf den Kopf. Keine Autorität, nein, sie selbst schafft den Freiraum, um sich und ihre Ideen zu entfalten, jederzeit offen für neue Impulse. Sie begegnet allem und jedem mit wohlwollender Neugier. Vorurteilsfrei betrachtet sie die Welt und lässt Entwicklungen zu, statt sich ihnen zu verweigern. Sie ist experimentierfreudig und geht mit Menschen, allen voran ihren Freunden Annika und Tommy, achtsam um. Pippi ist ihrer Freunde Mentorin in Sachen Selbstermächtigung und besitzt in ihrer mentalen Unabhängigkeit auch noch natürlichen Autorität. Erwachsene nehmen das Besondere an Pippi gar nicht wahr. Die sind viel zu sehr in ihrem „Das-macht-man-so, das-macht-man-nicht“ verhaftet. Typische Routinedenkmuster und ein bisschen bräsig eben.

Wir finden: Pippi hat supertolle Eigenschaften. Sie agiert mit Herz und hat Freude dabei. Genau unser Ding! Vor allem in diesen Zeiten!

http://www.scrum.org

 

Partnerschaft in Krisenzeiten

26. März 2020

In außergewöhnlichen Situationen wie der Corona-Krise zeigt sich, auf wen man sich verlassen kann.  In einer guten Beziehung vertrauen die Partner einander. Sie haben ähnliche Werte und Wertvorstellungen. Es liegt ihnen etwas an der Partnerschaft und daran, sie zu erhalten. Das gilt im Privaten wie im Geschäftlichen.

Gute geschäftliche Partnerschaften müssen gepflegt werden, wenn sie langfristig bestehen sollen. Die Zusammenarbeit kommt immer wieder auf den Prüfstand und man schaut gemeinsam, was gut läuft oder verbessert werden kann. Genau an diesem Punkt ist Dialog, ist Interaktion so wichtig. Wenn etwas nicht rund läuft, muss man offen darüber sprechen. Nur auf diese Weise lässt sich etwas ändern. Bleibt man stumm, steigt die Unzufriedenheit auf beiden Seiten. Wenn immer der günstigste Anbieter für ein Projekt gesucht und ausgewählt wird, kann sich eine nachhaltige Beziehung gar nicht erst entwickeln. Kontinuität entsteht keine, es bleibt bei einem One-Night-Stand.

Wir legen großen Wert auf Qualität und Knowhow. In unseren Geschäftsbeziehungen schätzen wir Ehrlichkeit und Haltung. Das ist ein solides gemeinsames Fundament, auf dem sich mit frischen Ideen, gutem Design und Visionen gute Messeauftritte realisieren lassen.

Nachhaltiges Arbeiten: Lippenbekenntnis oder echtes Ziel?

23. März 2020

Die Messebranche ist ein ziemlich heterogener Wirtschaftszweig. Wie sehr alles und alle miteinander verwoben ist, wird uns nun durch den weltumspannenden Ausbruch des Corona-Virus vor Augen geführt. Auch wenn man die Unternehmenssparten, die sich unter dem Dach des Fachverbandes FAMAB zusammenfinden, wird das deutlich. Da gibt es neben klassischen Messebauunternehmen, Marketing-/Eventagenturen sowie Messearchitekten und -designer auch Eventcatering-Unternehmen. Dazu die jeweiligen Fach-Zulieferer.

Im diesem Januar wurde ein neuer Fachvorstand für Nachhaltigkeit in den FAMAB Vorstand berufen. Gerd Wutzler wird in Zukunft die Aktivitäten der Branchen und Organisationen zum Thema Nachhaltigkeit bündeln und vernetzen. Das beinhaltet nach seinen Worten vor allem auch den Schulterschluss mit Auftraggebern und Messeveranstaltern.

Ja, das Thema gehört auf die Agenda. Dabei geht es keineswegs nur um Ökologie und den bewussten Umgang mit knappen Ressourcen. Es geht auch um ökonomische und soziale Nachhaltigkeit. Wenn wir von sozialer Nachhaltigkeit sprechen, ist eine Frage für uns ganz zentral: Wie gelingt es, Mitarbeiter nachhaltig zu begeistern, zu motivieren und zu binden.

Nachhaltiges Wirtschaften wiederum betrachtet wirtschaftliche Transaktionen über den flüchtigen, rein monetären Moment hinaus. Deshalb lagern wir Messestände bei uns ein und bringen diese wiederholt zum Einsatz. Es ist falsch, wenn in einem Massen-Pitch, der zuallererst auf Kosten der Bewerber geht, das billigste Angebot den Stich macht. Wie oft wird das für die Anbieter zum Nullsummenspiel, wenn nicht gar zur Selbstausbeutung in der irrigen Hoffnung, einen Kunden – jetzt kommt’s – nachhaltig zu binden. Unsere Erfahrung: Gute Geschäftsbeziehungen basieren auf gegenseitigem Vertrauen, Respekt, Kaufmannstugenden.

Auch unser Unternehmen kann noch nachhaltiger werden, klar. Für gute Konzepte, die wirtschaftliches mit nachhaltigem Handeln verknüpfen, sind wir sowieso offen. Und dann? Packen wir’s an!

Neue Organisationsformen: Wo Ideen entstehen

22. Juli 2019

Wir brennen für gute Messearchitektur. Und übertragen diese positive Haltung gerne auf andere. Denn wenn der Funke der Begeisterung überspringt, andere sich von ihm anstecken lassen, können wir gemeinsam wahrhaft Innovatives und Einzigartiges erreichen. In diesem Prozess ist es wichtig, Abwegiges oder Kurioses, Durchgeknalltes oder Wunderliches zuzulassen. Denn nur in Freiräumen entsteht Neues. Das gilt ganz besonders in Zeiten der Digitalisierung.

In Zeiten des Umbruchs und des Wandels braucht es klare Orientierung. Kreative Planung von Messeauftritten und große handwerkliche Kompetenz können durch die Möglichkeiten der Digitalisierung auf eine neue Stufe gehoben werden. Dabei geht es nicht ausschließlich um neue Tools. Wir wollen die entscheidenden Schnittstellen frühzeitig erkennen und besetzen und dadurch unternehmensweite Prozesse in Gang bringen. Künstliche Intelligenz, Big Data und mehr unterstützen dabei einen der Zukunft zugewandten Spirit zu entwickeln. All dies für ein gemeinsames Ziel: Eingefahrene Organisationsstrukturen zu beleben und unbekanntes Neuland zu betreten.

Wir widmen unsere Aufmerksamkeit gezielt der Entwicklung der Messen, des Marktes und der Branche – nicht dem „nächsten heißen Scheiß“. Dieser Fokus auf die Unverwechselbarkeit der Marke zahlt sich für unsere Kunden langfristig aus. Weil wir ihre Bedürfnisse kennen und innovative Lösungsansätze immer mitdenken. Wir planen, bauen und liefern, was unsere Kunden brauchen: Sitzecken für Gespräche mit Standbesuchern und virtuelle Kommunikationsräume. Brennen für Neues heißt auch den Mut aufzubringen vom Standard abzuweichen – wir von imb: troschke sind bereit.

Wabi- Sabi – die Kunst des Unperfekten

11. Oktober 2018

Cleanness, Shabby Chic, Minimalismus, Stilmix, Natürlichkeit: Den einzig wahren Trend gibt es nicht, finden wir von imb: troschke. In diesem Jahr bekommen all diese Strömungen noch dazu Konkurrenz von Wabi-Sabi, einem inspirierenden Einrichtungstrend aus Japan. Er hat es anders als Hygge noch nicht in den Duden geschafft und bezeichnet auf den Punkt gebracht die Ästhetik des Unfertigen.

Die Schönheit des Unvollkommenen wird in den Blick genommen. Sichtbeton ist zum Beispiel ein Designelement des Wabi-Sabi. Zum Wunsch, anderes sein zu wollen, gesellt sich Geradlinigkeit, Schnörkellosigkeit und damit auch der Verzicht auf Überflüssiges.
Es geht um das, was man braucht, nicht darum, wie viel man bekommen kann. Es geht um Sein statt um Luxus. Es geht um Authentizität statt Dekoration. Damit bleibt Raum für die eigene Kreativität, fort vom Materiellen. Fehler, Macken, Brüche werden nicht verschwiegen, sondern offengelegt. Räume und die Dinge, die einen umgeben, dürfen unperfekt sein. Im Glas von Vasen dürfen Blasen eingeschlossen sein. Holz darf Astlöcher und Naturstein Patina haben. Mit all diesen Wesensmerkmalen des Wabi-Sabi, die auf Nachhaltigkeit und Gelassenheit verweisen, verändert sich auch die Idee dessen, was als „schön“ gilt, grundlegend.

Wir von imb: troschke suchen immer wieder neue Ideen abseits des Perfekten, sehen das Unfertige nicht als Bedrohung, sondern vielmehr als Möglichkeit, unserer Gestaltungskraft freien Lauf zu lassen. Unsere Kunden schätzen diese Offenheit Neuem gegenüber. Vor allem unsere langjährigen Partner wissen, dass wir bereit sind, Veränderungen in ihrem Unternehmen auch auf Messeebene engagiert zu begleiten. Ganz gleich, ob die Reise von Cleanness zu Shabby Chic führt oder von Opulenz zu angesagtem Wabi-Sabi geht.

Wie Kreative eine Stadt retten

30. August 2018

Etwa fünf Kilometer lang, knapp 337 Hektar groß, gegenüber der Nantaiser Altstadt liegt sie mitten in der Loire, die Île de Nantes. Vor einer Generation wurden dort noch Schiffe gebaut, Konserven befüllt und Bananen gereift. Als die letzte Schiffswerft 1987 geschlossen wurde, lag das einst prosperierende Nantes wirtschaftlich am Boden, die Insel war Heimstatt von Industriebrachen.

Zwei Jahre später wurde Jean-Marc Ayrault Oberbürgermeister von Nantes und machte sich daran, stadtplanerische Visionen umzusetzen. Die Leitgedanken: Nachhaltigkeit, viel Raum für Kultur, innovative Ideen und durchdachte, der Zukunft zugewandte Maßnahmen. Damit wollte Ayrault unter anderem einer Besonderheit in seiner Stadt entgegenwirken: der höchsten Arbeitslosigkeits- und Alkoholikerrate in ganz Frankreich.
30 Jahre später lässt sich ganz klar sagen: Die Vision greift. Überall ist Aufbruch. „Die Kreativen haben die Stadt gerettet“, sagen die Nantais zu Recht. Nantes ist inzwischen eine der lebenswertesten Metropolen Frankreichs.

Das Herzstück der Stadterneuerung, die Île de Nantes, wurde dabei nicht in einer Radikalkur umgewandelt, sondern wird seit Jahrzehnten nach und nach revitalisiert und behutsam – in Einzelprojekten, immer im Dialog mit der Öffentlichkeit – als neues Quartier in die Stadt integriert.

Dieses Verfahren, das im nachfolgenden Artikel im Detail beschrieben ist, gefällt uns. Auch weil Vision, Mut und Transparenz unser Handeln als Messebauunternehmen definieren. Weil wir – genau wie die Architekten, Stadt- und Landschaftsplaner in Nantes – Nachhaltigkeit, Kreativität und Offenheit als Basis für unsere Arbeit begreifen. Im Mittelpunkt immer der Mensch.

Umbau der Ile de Nantes Stadterneuerung

Violett – die Farbe der Impressionisten

5. Februar 2018

Monet tauchte seine Bilder in derart viele Nuancen, dass ein Kritiker vermutete, der Künstler könne, anders als andere Menschen, den ultravioletten Teil des Spektrums sehen. Tatsächlich beruhte die Vorliebe aber auf der neuen Theorie, dass Schatte nicht grau oder schwarz seien, stattdessen schien Violett als Komplementärfarbe des gelben Sonnenlichts ein plausiblerer Ton zu sein. Das Pantone Color Institute erklärte „18-3838 Ultra Violet“ zur Farbe des Jahres 2018, der Ton stehe für visionäres Denken.

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 21. Januar 2018

perception is reality

15. Dezember 2017

Oh. Mein. Gott. Ich stehe auf einer Holzplanke, sie ragt über das oberste Stockwerk eines 160 Meter hohen Wolkenkratzers hinaus. Meine Knie zittern. Mein Magen beginnt zu rebellieren. Ich trete einen Schritt zurück, nehme die Virtual Reality-Brille von der Nase und befinde mich wieder auf sicherem Gelände, hier im ersten Stock des Frankfurter Kunstvereins – zum Glück.

PERCEPTION IS REALITY
über die Konstruktion von Wirklichkeit und virtuelle Welten
läuft vom 07.10.2017-07.01.2018
im Frankfurter Kunstverein

Triebfedern

17. November 2017

Was ist Dein Antrieb? Bei allem menschlichen Tun gibt es stets einen Rückbezug zum eigenen Ich. In radikal egozentrischen Zeiten wie den unseren verstärkt sich die Selbstinszenierung. Der Mensch wird zur Marke seiner selbst. Bleibt die Frage: Wie bist Du wirklich und was willst Du bewegen?

Lust oder Vergnügen anzustreben und Schmerz oder Unlust zu vermeiden: So wurde in der Antike menschliches Verhalten und seine Beweggründe erklärt. Die neurologische Forschung wies Jahrhunderte später nach, dass bei bestimmten Handlungen bestimmte Hormone ausgeschüttet werden. Zum Beispiel Adrenalin, Dopamin oder Vasopressin. Motivationstheoretiker haben verschiedene Quellen des Antriebs ausgemacht, je nachdem, ob es einem Menschen mehr um das Erlangen von Vorteilen geht, die Erwartungen seines Umfelds eine Rolle spielen oder eine Aufgabe um ihrer selbst willen bewältigt wird. Auch interessant: Menschen lassen sich mit Anreizen zu einem gewünschten Verhalten bewegen.
Jeder hat etwas Anderes, das ihn antreibt. Was ist es bei Dir?

Antrieb für neue Ideen

3. November 2017

Wer mit dem Strom schwimmt, passt sich der Fließrichtung und der Geschwindigkeit des Wassers an. Sich gegen den Strom zu stemmen ist kräftezehrend, manchmal sogar unvernünftig. In der Welt der Messe ist es wie auf dem Wasser. Erfolg hat, wer Strömungen lesen kann.

Stolz wie Bolle auf meinen Messestand

Die Magie der Wellen erleben und verstehen. Die Kraft der Wellen aufnehmen und über das Wasser gleiten – ein Gefühl, das schnell zu einer Leidenschaft werden kann.
Beim Surfen wie auf Messen gilt: perfekte Vorbereitung ist wichtig. Nur wer den Markt genau kennt, kann eine Marktlücke entdecken. Sich von Wellen einschüchtern zu lassen bedeutet Starre. Wenn keiner etwas wagt, bewegt sich nichts.
Mut und Leidenschaft sind notwendig um außergewöhnliche Wege zu gehen. Wir lesen Strömungen und schaffen einen dynamischen Prozess, um mit großer Leidenschaft an einem erfolgreichen Messeauftritt zu arbeiten.
Wem es gelingt, die Energie des Meeres positiv aufzunehmen, wird mit einem einzigartigen Glücksgefühl belohnt.

Bestandene Herausforderungen machen uns stolz wie Bolle.

Ein Arschrunzeln für Hygge?

25. August 2017

Wenn der verpeilte Honk bei einem Roadtrip einen polysportiven Kopftuchstreit mit einer Hoodie tragenden Flexitarierin vom Zaun bricht und ihr den Selfiestick an die pixelige Datenbrille wirft, lässt sie vom Gardening ab, weil sie sich in ihrer Work-Life-Balance abgezockt fühlt. Sie sei queer, sagt sie ganz ruhig, und er möge sie entweder liken oder entfeunden, statt so rumzueiern. Schnell sei der ganze Tüddelkram auf Ramschniveau beim Facebooken futschikato. Da helfe weder Undercut noch Low Carb. Und überhaupt sind ihr all die Filterblasen, Schmähgedichte, Drohnenangriffe, Jobaussichten und Fake News nur ein Arschrunzeln wert, weil der Duden in seiner Neuauflage ein so wohltuendes Wort wie Hygge aufgenommen hat.  -> Emoji

„customized hotels “ Der Kunde ist König

20. Juni 2017

Im Hotelsektor sind zwei große Entwicklungen auszumachen. Die eine setzt auf das Konzept „Modernes Design für wenig Geld“, die andere auf „customized hotels“. Bei Erstgenannter werden Kosten reduziert, indem Serviceleistungen vereinheitlicht werden. An attraktiven Standorten in deutschen und europäischen Großstädten errichten Hotelketten Hotels, in denen der Gast zum Beispiel bereits beim Einchecken auscheckt. Das spart Kosten. Die Zimmer sind alle gleich, minimalistisch eingerichtet. In ihnen steht kein Schrank; es gibt keine Minibar. Dafür verfügen die Häuser über einen großen Lounge-Bereich, der zum Verweilen einlädt. Dieses reduzierte Konzept erfreut sich großer Beliebtheit – bei Gästen und Investoren. Hierzulande war die Hotelkette, die sich in den Farben braun und türkis präsentiert, eine der Vorreiterinnen. Inzwischen gibt es zahlreiche Nachahmer in der Branche. Diese Hotels, die dort angebotenen Zimmer und der Service funktionieren genau wie Systemstände auf einer Messe. Das macht es Veranstaltern und Ausstellern einfach. Kostengünstig sind diese Konzepte noch dazu.

Reduziert und einheitlich, aber ausgeklügelt und pfiffig: das Konzept der 25 h Hotels.

Doch wie sagt der Zukunftsforscher Matthias Horx so treffend: „Jeder Trend hat einen Gegentrend.“

Neben dem Trend „Hotels von der Stange“ gibt es eine andere Entwicklung. Sie weist in die diametral entgegengesetzte Richtung: Statt auf Konformität, Wiedererkennbarkeit und damit auch verlässlich Gleiches und Gleichbleibendes zu setzen, werden individuelle Kundenwünsche in den Mittelpunkt gestellt – und erfüllt. Müsste ein Begriff dafür erfunden werden, lautete der wohl „customized hotels“ oder „Gastfreundlichkeit 4.0“ In diesen Hotels gleicht kein Zimmer dem anderen, jeder Gast bekommt genau die Leistung, die er erwartet. Ob er eine Yogamatte benötigt oder einen Fahrradhelm, eine Kaffeemaschine oder einen Kühlschrank, eine festere Matratze, einen Rasierapparat, einen Stadtführer oder veganen Wein in der Minibar: alles ist möglich. Dadurch wird ein Aufenthalt zum einzigartigen Erlebnis, das begeistert, inspiriert und – wenn es nach dem Willen der Betreiber und des Serviceteams geht – glücklich macht. Ein Hotel, das sich die Zufriedenheit seiner Gäste auf die Fahnen geschrieben hat, ist der Schindlerhof bei Nürnberg. Der Frankfurter Allgemeinen Zeitung war das Geschäftskonzept der Hotelbetreiber im Frühjahr sogar einen ausführlichen Artikel wert:

Ob Systemstand mit perfekter Infrastruktur oder maßgeschneiderter Messeauftritt: Wir als Messearchitekten setzen alles daran, die Wünsche unserer Kunden zu erfüllen, damit diese am Messestand optimal auf die Wünsche ihrer Kunden eingehen können. Wir wollen, dass das gute Gefühl von einem zum anderen weitergegeben wird. Dann sind auch wir zufrieden.

Zweifellos ein Höhepunkt des individuellen Reisens: Das Ice Hotel in Schweden. Jedes Jahr werden die Zimmer von Eiskünstlern neu gestaltet. Eine Übernachtung wird zum Riesenerlebnis. Neugierig geworden? Mehr dazu: Eiskalte Kunst in Nordschweden

Glück. Messeauftritte, die in Erinnerung bleiben

24. April 2017

Wenn Globalisierung, Digitalisierung und neue Arbeitsformen den Alltag bestimmen, braucht es ein Gegengewicht. Wo steter Wandel herrscht und man nur noch jedem vermeintlichen Trend hinterherhetzt, wird die Welt ein bisschen kälter. Das Echte, das Wahre, Gute und Schöne bleibt auf der Strecke. Diese Erkenntnis gilt auch für die Messebranche: Selbst wenn man zu den Trendsetter gehört, rund um Messen perfekt kommuniziert oder einen Stand optimal gestaltet: Lebendig wird die Kommunikation und die Inszenierung erst durch Gefühle.

Unser größtes Glück als Messebauer ist es, wenn ein Kunde auf einer Messe stolz wie Bolle vor seinem neuen Stand steht und ihm die Zufriedenheit ins Gesicht geschrieben ist. Wir freuen uns zwar auch über Auszeichnungen wie den German Brand Award oder den Red Dot Award, aber richtig, richtig glücklich machen uns zufriedene Kunden.

Vielleicht sind wir von imb: troschke ein emotionaler Haufen. Vielleicht nehmen wir unsere Arbeit zu persönlich. Vielleicht sind wir zu altmodisch. Oder zu hyggelig*. Wie dem auch sei: Wir wollen Messestände bauen, die echte Empfindungen auslösen. Etwa ein freudiges „Kannst du dich noch an diesen tollen Stand erinnern“-Gefühl, das lange andauert.

Unsere Branche ist ja nicht gerade bekannt dafür ein Zuckerschlecken zu sein. Der Markt ist umkämpft. Oft zählt nur der Preis und nicht die Qualität oder das handwerkliche Können. Gute Messestände werden von Billiganbietern aus Fernost kopiert und zu Dumpingpreisen angefertigt. Bürokratie und Gesetzesauflagen lauern hinter jeder Ecke. Das wissen wir alles und es macht uns das Unternehmensleben nicht gerade leichter. Es ändert aber nichts, aber auch gar nichts daran, dass wir danach streben, unsere Kunden glücklich zu machen. Für uns zählt das Wir!

In allen vier Ecken soll Liebe drin stecken.

*Hygge, das ist ein gemütliches Gartenfest mit Freunden, Sonne im Gesicht, ein behaglicher Nachmittag in dicken Socken und einem Kakao auf der Couch, ein Picknick im Park. Hygge, das sind nette Kollegen, gute Freunde und Geschäftspartner, die fast schon zu Freunden geworden sind.

Bühne frei für eine Überraschung

26. September 2016

das SETTING. Du gehst im japanischen Kashiwa in ein Café und bestellst einen kleinen Kaffee. Die freundliche Bedienung nimmt die Bestellung auf, geht davon und kehrt nach kurzer Zeit mit einem Fischsüppchen zurück. „Das habe ich nicht bestellt. Ich wollte einen Kaffee“, sagst du. „Aber der Gast da drüben am Tisch hat die Suppe vor Ihnen bestellt und deshalb bekommen Sie sie“, sagt die Bedienung und nickt entgegenkommend. Deine Verwirrung ist groß. Dir hätte vielleicht jemand sagen sollen, dass es im Ogori-Café immer so zugeht. Jeder Gast bekommt genau das auf den Tisch, was der Gast vor ihm bestellt hat.

die FRAGESTELLUNG. Willst du Erwartungen erfüllen, überraschen oder Erwartungen enttäuschen? Willst du, dass deine Erwartungen erfüllt werden, oder lieber überrascht werden? Vielleicht gehst du gar nicht erst ins Ogori-Café, weil deine Furcht, enttäuscht zu werden, zu groß ist.

der ZUSAMMENHANG. Auch in der Messekommunikation geht es um Kunden-Erwartungen, die erfüllt werden wollen. Deshalb steht am Anfang einer Zusammenarbeit für uns immer der Satz: „Wir müssen reden.“ Wir sammeln Informationen – gemeinsam mit unserem Kunden – und definieren Ziele – ebenfalls gemeinsam mit ihm. Daraus entwickeln wir ein Messekonzept. Unser Anspruch: Messekommunikation so zu verdichten, dass sie die Zielgruppe unseres Kunden punktgenau abholt und seine strategischen Ziele erfüllt.

das FAZIT: Das Konzept des Ogori-Café gefällt uns, weil es zwingt, die Perspektive zu verändern. Als Gast denkt man dort nicht nur an sich und die eigenen Erwartungen, sondern auch an den Gast, der nach einem kommt, und dessen Erwartungen. In der Messekommunikation freilich ist die Zufriedenheit unseres Kunden unser zentrales Anliegen. Wir wollen, dass er das bekommt, was er bestellt hat, angereichert mit unseren Ideen und kreativen Vorschlägen. Das Ogori-Konzept ist deshalb für unsere Art der Messekommunikation nicht geeignet. Gleichwohl verstehen wir es als Input und Inspiration. Ein Blick über den Tellerrand eben.

Kirschblüten-Origami in Valencia

15. September 2016

Nozomi: Das ist zum einen der Name des Hochgeschwindigkeitszuges, der zwischen Tokio und Hakata verkehrt. Zum anderen bedeutet der Begriff „Hoffnung“ oder „erfüllter Wunsch“. Im spanischen Valencia haben Nuria Morell und José Miguel Herrera sich einen Wunsch erfüllt. Die beiden schätzen die japanische Kultur, insbesondere die japanische Kochkunst. Im Jahr 2015 haben sie eine Sushi-Bar eröffnet, die durch außergewöhnliches Design besticht. Das Nozomi verbindet zwei Gegensätze, die die Eigentümer mit den Begriffen „emotional classic“ und „rational contemporary“ beschreiben. Wände, Decken und Fußböden aus grauem Sichtbeton stehen für die rationale Gegenwart. Das stark von japanischer Handwerkskunst beeinflusste Interieur wiederum entführt die Eintretenden in eine Straße in Japan. Helles Holz, meisterlich verarbeitet und maßgefertigt, liebevoll dekorierte Tische und formschöne japanische Keramik erwarten die Gäste. In der großen Lounge schmücken hunderte von Kirschblüten-Origami die Decke. Sie schaffen die Illusion eines Hofs, über dem ein riesiger Kirschbaum seine Zweige spannt. Eine weitere gute Nachricht: Das Sushi ist ausgezeichnet.

Nozomi Sushi Bar, C/Pedro III El Grande, II D., 46005 Valencia

www.nozomisushibar.es

Foto: Cualiti.com

Reduktion auf das Wesentliche: Weniger ist mehr

5. September 2016

Auf das Wesentliche reduziert, bezeichnet Raum nicht mehr und nicht weniger als einen von Wänden,
Boden und Decke umschlossenen Teil eines Gebäudes. Doch wieviel Raum braucht der Mensch überhaupt – auf einer Geschäftsreise, im Urlaub, am Arbeitsplatz, zum Leben?

Bringt viel wirklich viel? Oder sollte man das japanische Sprichwort „Dai wa sho o kaneru“ wörtlich nehmen: Weniger ist mehr? Angeregt wird die Auseinandersetzung mit solchen Fragen nicht zuletzt von der Verdichtung der Städte und der Erkenntnis, dass Quadratmeterangaben allein keine Aussage über die Qualität eines Raumes zulassen. Es kommt schließlich ganz darauf an, was man aus ihm macht – und das nicht nur in Japan.

Das ninehours hotel in Kyoto ist hier ein perfektes Beispiel. Sie bringen es ganz einfach visuell auf den Punkt: 1h+7h+1h. Denn manchmal braucht der moderne Mensch ein Hotel nur um zu schlafen. Vielleicht noch, um am Ankunftsabend zu duschen und sich am nächsten Morgen frisch zu machen, bevor er wieder seiner Wege geht. Kapselhotels wie das „ninehours“ sind entstanden, weil es zuvor in den dicht besiedelten japanischen Metropolen kaum preiswerte Hotels gab. Mit ihrem äußerst minimalistischen Konzept schließen sie nicht nur eine Marktlücke, sondern haben sich zur Touristenattraktion entwickelt.

Foto ninehours Hotel
https://ninehours.co.jp/en/kyoto/