Nachhaltiges Arbeiten: Lippenbekenntnis oder echtes Ziel?

23. März 2020

Die Messebranche ist ein ziemlich heterogener Wirtschaftszweig. Wie sehr alles und alle miteinander verwoben ist, wird uns nun durch den weltumspannenden Ausbruch des Corona-Virus vor Augen geführt. Auch wenn man die Unternehmenssparten, die sich unter dem Dach des Fachverbandes FAMAB zusammenfinden, wird das deutlich. Da gibt es neben klassischen Messebauunternehmen, Marketing-/Eventagenturen sowie Messearchitekten und -designer auch Eventcatering-Unternehmen. Dazu die jeweiligen Fach-Zulieferer.

Im diesem Januar wurde ein neuer Fachvorstand für Nachhaltigkeit in den FAMAB Vorstand berufen. Gerd Wutzler wird in Zukunft die Aktivitäten der Branchen und Organisationen zum Thema Nachhaltigkeit bündeln und vernetzen. Das beinhaltet nach seinen Worten vor allem auch den Schulterschluss mit Auftraggebern und Messeveranstaltern.

Ja, das Thema gehört auf die Agenda. Dabei geht es keineswegs nur um Ökologie und den bewussten Umgang mit knappen Ressourcen. Es geht auch um ökonomische und soziale Nachhaltigkeit. Wenn wir von sozialer Nachhaltigkeit sprechen, ist eine Frage für uns ganz zentral: Wie gelingt es, Mitarbeiter nachhaltig zu begeistern, zu motivieren und zu binden.

Nachhaltiges Wirtschaften wiederum betrachtet wirtschaftliche Transaktionen über den flüchtigen, rein monetären Moment hinaus. Deshalb lagern wir Messestände bei uns ein und bringen diese wiederholt zum Einsatz. Es ist falsch, wenn in einem Massen-Pitch, der zuallererst auf Kosten der Bewerber geht, das billigste Angebot den Stich macht. Wie oft wird das für die Anbieter zum Nullsummenspiel, wenn nicht gar zur Selbstausbeutung in der irrigen Hoffnung, einen Kunden – jetzt kommt’s – nachhaltig zu binden. Unsere Erfahrung: Gute Geschäftsbeziehungen basieren auf gegenseitigem Vertrauen, Respekt, Kaufmannstugenden.

Auch unser Unternehmen kann noch nachhaltiger werden, klar. Für gute Konzepte, die wirtschaftliches mit nachhaltigem Handeln verknüpfen, sind wir sowieso offen. Und dann? Packen wir’s an!

Sind Nischenevents vorteilhafter als Leitmessen?

14. Februar 2020

Unternehmen haben Nischenevents als Tool der Markenkommunikation entdeckt. Viele große Marken versuchen, eigene Shows, Summits oder Produktpräsentationen zu etablieren. Sie stellen Produktneuheiten an eigens dafür geschaffenen oder vermeintlich hippen Orten vor. Sie bauen ihre eigene Bühne statt Teil einer Fachmesse zu sein. So bleiben Unternehmen Regisseure ihrer Markeninszenierung, halten das Heft in der Hand und müssen sich dem direkten Vergleich mit Mitbewerbern erst gar nicht stellen. Sie entziehen sich dem anonymen Messe-Einerlei.

Hipp, neu, innovativ, anders, exklusiv: Das ist die eine Seite.

Doch wir möchten auch die Gegenseite beleuchten – und zwar, indem wir Fragen aufwerfen. Damit wollen wir die Diskussion um dieses noch relativ neue Tool beleben und Ihnen, ja genau Ihnen, die Gelegenheit geben, Ihren eigenen Standort oder den Ihres Unternehmens, Ihrer Marke zu bestimmen.

  • Zu wie vielen dieser Nischenevents soll ein Kunde denn reisen, um einen guten Überblick über seine Branche/seinen Markt zu bekommen?
  • Ist es für diesen Kunden nicht erheblich zeitsparender und ökonomischer, auf einer Fachmesse geballte Information zu den Produkten oder Dienstleistungen seiner Branche zu bekommen?
  • Wie nachhaltig sind Nischenevents überhaupt?
  • Verlieren Nischenevents den Charme des Anders-Seins, wenn sie zum Mainstream-Ereignis werden? Und was dann?
  • Wie viele Leads werden bei einem Nischenevent generiert?
  • In welchem Verhältnis stehen Aufwand und Ertrag?
  • Haben die überhaupt eine Zukunft?

Nun, was sagen Sie?

 

Die Messe als Touchpoint: Berühr‘ mich!

10. Februar 2020

Messen sind Touchpoints: Schnittstellen also, an dem eine Marke, ein Unternehmen, ein Produkt mit einem Kunden in Kontakt kommt. Mehr noch. Es sind Berührungspunkte, an denen eine Beziehung entsteht oder vertieft wird.

Ob Messen als Touchpoints auch in crossmedialen Zeiten attraktiv bleiben, darüber werden in mehr als naher Zukunft die Kunden/die Besucher mit den Füßen entscheiden. Betrachtet man zum Beispiel die IAA, wird deutlich, wie sehr Messen als Touchpoints im Umbruch stecken: Lockte die Autoschau 2017 noch 810.000 Besucher in die Messehallen – 2015 sogar noch 932.000 Menschen – waren es 2019 etwa 560.000 Besucher. Die Zahl der Aussteller schrumpfte von tausend auf 838.

Was also tun?

Die Kommunikation rund um eine Messe sollte sich stärker als bisher am Besucher und vor allem am „Customers Journey“ orientieren. Sie sollte den Kunden in allen Phasen seines Kaufs aktiv begleiten, von dem Moment, in dem er auf ein Produkt oder eine Dienstleistung aufmerksam wird, bis zum Kauf. Bei der Konzeption von Messen sollten die Veranstalter diesen „Customers Journey“ viel stärker als bisher mitdenken. Schließlich sind Messen nur ein Touchpoint auf der Kundenreise, der Messeauftritt nur ein Baustein im crossmedialen Kommunikationsmix.

Veranstalter von großen, seit langem etablierten Messen tun sich bei Innovationen fatalerweise etwas schwer. Junge Messen, Foren und Konferenzen mit digitalem oder Event-Charakter sind hier weiter. Sie haben eher den Mut, innovative Formate auszuprobieren und treffen den Nerv der Zeit. Sie kreieren einen pulsierenden Mix von digitalen und analogen Erlebnissen, ansprechende Live-Events, eine ebenso kompetente und professionelle, wie individuelle und persönliche Kontaktaufnahme. Für manche Branchen sind klassische Messeformate ohne Frage weiterhin sinnvoll. Sich mit neuen Kommunikationsformaten wie Onlinekonferenzen, Thought Leadership Events, Roadshows, Showrooms, virtuellen Messen, Live-Chats als Touchpoints zu beschäftigen, bringt in jedem Fall neue Impulse.

Die Messe der Zukunft: Fachmessen müssen sich messen lassen

26. September 2019

Für Unternehmen ist eine Messeteilnahme eine sinnvolle Investition in Marke und Zielgruppe. Vor allem, wenn man bedenkt, dass auf Fachmessen in der Regel etwa die Hälfte des Publikums aus Fachbesuchern besteht: Kunden und solche, die es werden sollen, Branchenkenner, Geschäftspartner, Fachjournalisten. Die maßgeblichen Ziele einer Messebeteiligung sind nach wie vor die Kontaktpflege mit Stammkunden, das Gewinnen von Neukunden und die Steigerung der Bekanntheit des eigenen Unternehmens. Außerdem werden Messen als Recruitment-Plattformen immer wichtiger. Eine gute Fachmesse unterstützt die Aussteller dabei, diese Ziele und ihre Zielgruppe zu erreichen. Sie hilft Erlebnisse zu schaffen, die nachhaltig wirken.

Ein Messeauftritt auf einer Fachmesse ist heutzutage weit mehr als ein Stand mit Theke, Besprechungstisch, Elektro- und Wasseranschluss. In digitalen Zeiten sind die Erwartungen der Besucher hoch. Sie schätzen einerseits weiterhin das persönliche Gespräch und möchten andererseits das ganze Programm an Kommunikationsmöglichkeiten rund um die Messe digital zur Verfügung haben. Die Voraussetzungen hierfür sollte der Veranstalter schaffen. Dies gilt im Übrigen nicht nur für den nationalen oder europäischen Markt, sondern weltweit. Aus diesem Grund ist es als Aussteller wichtig, bereits vor Messen von den jeweiligen Veranstaltern Informationen zu erhalten, wie eine Fachmesse in den Zielmärkten für die eigene Marke genutzt werden kann.

Kommunikation und Vernetzung auf allen Ebenen, digital wie analog, ist das Gebot der Stunde. Die Veranstalter von Fachmessen tun gut daran, auf diese Wünsche der Aussteller und Besucher zu reagieren. Ticketregistrierung auch auf der Webseite des Ausstellers – etwa um mehr über die Messebesucher am Stand zu erfahren -, ist da nur eine der möglichen Neuerungen. Digitale Kampagnen, die sich am Customers Journey orientieren und die vor, während und nach der Messe greifen, eine zweite. Die Nachbereitung einer Fachmesse mit effizienter Erfassung und Analyse relevanter Erkenntnisse – alles unter Wahrung des Datenschutzes -, eine dritte. Der Einbindung von Social Media in das Kommunikationskonzept des Veranstalters dürfte inzwischen bei den meisten Messen eine angemessene Rolle zukommen.

Haben Besucher vor, während oder nach einer Fachmesse Fragen zu einem Aussteller und dessen Produkten, muss der jeweilige Veranstalter dafür Sorge tragen, dass diese Anfragen kompetent, serviceorientiert und zufriedenstellend beantwortet werden. Andernfalls besteht die Gefahr, dass ein Aussteller einen potentiellen Kunden gar nicht erst erreicht und damit ein Lead verloren geht. Die Zahl der Aussteller, die digitale Tools für Leadmanagement und Matchmaking nutzen, nimmt zu. Besonders, wenn Messeauftritt und Messekommunikation komplex konzipiert sind. In diesem Zusammenhang ist es sinnvoll, einen potentiellen Lead digital zu erfassen und nach der Messe nach bestimmten, vorab definierten Kriterien zu überprüfen. Das handschriftliche Ausfüllen von Kontaktformularen auf einer Fachmesse gehört damit der Vergangenheit an. Die kompetenten Mitarbeiter am Stand können sich damit ganz auf ihre Besucher, Marketing und Vertrieb bei der Nachbereitung der Messe ganz auf ihre Kernaufgabe konzentrieren.

Die Zukunft ist crossmedial. Wie sieht Messe 4.0 aus?

17. September 2019

Die Zukunft ist crossmedial. Das gilt auch für Messen. Waren sie früher in erster Linie Handelsplätze, um Kunden mit Herstellern zusammenzubringen, neue Produkte und Waren vorzustellen, sind sie heute nur ein Baustein in einem vielgestaltigen crossmedialen Mosaik. Kein Wunder also, dass die Aussteller mehr über die Besucher wissen sollten: Wer kommt überhaupt zur Messe? Welchem Verantwortungsbereich eines Unternehmens sind sie zuzuordnen, Marketing, Vertrieb, Einkauf, Geschäftsführung? Was erwarten sie von einer Messe? Mit Hilfe dieser durch gute Recherche erlangten Informationen kann erarbeitet werden, welche Ziele mit einer Messeteilnahme verfolgt werden. Und der Messeauftritt kann optimal auf messbare Ziele hin konzipiert werden.

Besucher möchten auf einer Messe auf angenehme Weise einen umfänglichen, möglichst vollständigen Überblick über ihren Markt erhalten. Eine Messe, die genau dieses Bedürfnis nicht länger erfüllt, ist die IAA. Die ehemals führende europäische Automobilmesse wird für viele Besucher seit Jahren unattraktiver. Immer mehr Autobauer bleiben fern. Damit bildet die IAA das Marktbild nur noch unvollständig ab. Besucher bleiben aus. Ein Teufelskreis. Zu durchbrechen ist er, wenn die Veranstalter rechtzeitig umdenken und sich zeitgemäß definieren. Mit Blick auf die IAA heißt das: Weg von der Konzentration auf den Verbrennungsmotor, hin zum großen Thema „Mobilität der Zukunft“.

Anders als in der guten alten Zeit kommen die Besucher heute gut informiert auf eine Messe. Hier möchten sie ihr Wissen vertiefen, ihre digital gewonnenen Erkenntnisse mit der Realität abgleichen, neue Impulse und den bereits angesprochenen Marktüberblick bekommen. Sie möchten mit kompetenten Ansprechpartnern in den Dialog treten, sinnvolle Begegnungen erleben und dabei ihr eigenes Netzwerk ausbauen. Es geht also um Content UND Networking.

Messeveranstaltern sollten danach streben, all diese Strömungen zu erkennen, die Bedürfnisse der verschiedenen Zielgruppen in den Fokus nehmen und sich neuen, zukunftsträchtigen Veranstaltungsformen zuwenden. Sie müssen Impulse setzen, Entwicklungen der Branchen antizipieren und diese abbilden. Messegesellschaften und Organisatoren wiederum sollten ihre Prozesse abteilungsübergreifend betrachten. Wo Silodenken, Herrenwissen und Bürokratie, fehlende Eigenverantwortung und mangelnde Entscheidungsfreude und nicht zuletzt Angst vor digitalen Werkzeugen vorherrschen, wird der Fortschritt konterkariert.
Werden die Grenzen zwischen digitaler und dinglicher Welt durchlässig, müssen auch Messen sich weiterentwickeln. Am besten schnell. Veranstalter und Betreiber brauchen frische Ideen und Konzepte, aber vor allem Services, die über die reine Vermietung von Quadratmetern hinausgehen. Sie müssen den Branchen und ihren jeweiligen Zielgruppen gerecht werden. Und dürfen die zunehmende Bedeutung des Digitalen nicht aus den Augen verlieren.

Heimtextil 2019: Trends in neuem Gewand

11. Januar 2019

Mit einem neuen Konzept und den Top-Themen Architektur und Hotellerie, Nachhaltigkeit und Schlaf geht die Heimtextil in ihre 49. Ausgabe. „Im Zuge des grundlegend überarbeiteten Konzepts haben wir Themen und Produktsegmente noch besser zielgruppenspezifisch zusammengefasst. Besucher profitieren so von neuen Synergien, kürzeren Wegen und zahlreichen Einrichtungsinspirationen“, sagt Detlef Braun.
Neben einer weltweit einzigartigen Designschau mit internationalen Marktführern flankiert ein hochkarätiges Event-Programm mit namhaften Gästen und renommierten Branchenexperten die viertägige Messe.

Das inspirative Herz der Messe bildet der neue Heimtextil „Trend Space“ in der Halle 3.0. Unter dem Titel „Toward Utopia“ liefert er eine Vorschau auf die Designentwicklungen der Saison 2019/20 – konzipiert vom Londoner FranklinTill Studio und inszeniert vom Frankfurter Atelier Markgraph. Im Rahmen der Neukonzeptionierung der Heimtextil rückt die Designschau in unmittelbare Nachbarschaft mit internationalen Textildesignern, CAD/CAM-Anbietern und Digitaldruckmaschinen. Somit führt die Heimtextil die progressiven Themen Trends, Textildesign und Digitaldruck auf einer Hallenebene zusammen und schafft ein Areal voller Inspirationen und Zukunftstechnologien.

Quellenangabe „Messe Frankfurt GmbH / Fotos Pietro Sutera“

Die neue CEBIT 2018: Ein Konzept mit Zukunftspotential?

15. Juni 2018

Erstmals nach einigen Jahren rückläufiger Zahlen wurde das Konzept der einst weltweit größten Computermesse komplett umgekrempelt und zum Teil in eine Art Festival verwandelt. Davon wollten wir uns natürlich persönlich überzeugen und ich – die duale Studentin von imb: troschke – habe mich auf den Weg nach Hannover gemacht.

Ich begann meinen Rundgang in der Halle, wo es um die Future Mobility ging. Als erstes fiel mir direkt auf, dass die Hallenfläche nicht komplett, sondern lediglich im vorderen Teilbereich genutzt wurde. Neben Volkswagen fehlte es an weiteren namhaften Automobilherstellern. Für diese Branche scheint die CEBIT keine Plattform mit Potential zu sein. Auch andere große Unternehmen der IT-Branche waren dieses Jahr nicht vertreten – aber wer weiß, was die Zukunft bringt?

Als ich weiter durch die Messehallen lief, begegneten mir diverse Lösungen für digitale Prozesse, Vereinfachungen für die verschiedensten Bereiche und der ständige Begleiter waren Worte wie Digitalisierung, Innovation und Zukunft.
Nicht nur die CEBIT hat ihr Konzept grundlegend überarbeitet, auch das Unternehmen DATEV veränderte seinen Messe-Auftritt. Bei dem Rundgang durch die Messehallen ist mir dieser Stand besonders aufgefallen. Kaufmännische Prozesse wurden hier mit einem digitalen interaktiven Erlebnisparcours abgebildet und erlebbar gemacht. Sehr ansprechend mit kleinen Häuschen umgesetzt – so machen Messestände Spaß.

Das vorher angepriesene Highlight habe ich mir für den Schluss aufgespart. Auf einer Freifläche zwischen den Messehallen bot die CEBIT erstmals die Möglichkeit für Konzerte, Veranstaltungen sowie Präsentationen. Bei Intel konnte auf einer künstlichen Welle gesurft werden – nass wurde man allerdings trotzdem, wenn man das Board nicht beherrschen konnte. IBM nahm das „Kommunizieren in der Cloud“ direkt wörtlich und es fanden in luftiger Höhe Gespräche statt. Auch bei dem Software-Konzern SAP ging es hoch hinaus – hier allerdings in der Gondel eines Riesenrads, welche meiner Meinung nach noch stärker für die Marke SAP und deren Portfolio hätte genutzt werden können. Von dort aus hatte man einen hervorragenden Blick auf das ganze Messegelände und darüber hinaus. Auch die langen Schlangen vor den Foodtrucks waren von dort aus gut zu beobachten.

Mein Fazit: Einige Unternehmen haben sich dem neuen Konzept bereits angeschlossen und neue Wege eingeschlagen. Die CEBIT zu einem Festival zu machen und das Erlebnis in den Vordergrund zu stellen, gelingt zumindest schon teilweise. Ich denke, das ganze Konzept hat Zukunftspotential, wenn noch mehr Unternehmen diesen Schritt wagen und die Idee der Neuausrichtung der CEBIT weiterentwickelt wird.

imm cologne 2018: Der Natur nah sein

23. Januar 2018

Nicht mehr im Fokus wie im vergangenen Jahr und doch nicht weniger präsent: Green Living wird wohl so schnell nicht aus der Mode kommen. Nicht verspielt und verliebt bis ins kleinste Detail, sondern groß und unübersehbar ist sie; die Begrünung unseres Wohnraums.
Es ist und bleibt ein Grundbedürfnis, der Natur nah zu sein. Eine Faszination, die wohl zum Menschsein dazu gehört. Um dem hektischen Arbeitsalltag zu entkommen sucht man die Erholung in der Natur. Und wenn wir keine Zeit haben dem Alltag zu entkommen, dann kommt die Natur einfach zu uns ins Haus. Doch nicht nur in naturalistischer Form, sondern auch an Wänden, auf dem Boden oder direkt als Möbelstoff: in großformatigen Drucken ist die Natur groß in Mode.

Unterstützt wird das Bedürfnis zur Ruhe zu kommen durch sanfte, gedeckte Farben. Diese sind überall auf der Messe zu finden. Warme und dunkle Farbtöne, nicht zuletzt inspiriert von der Malerei, lassen die Räume gemütlich wirken. Kombiniert werden häufig Schwarz und dunkles Braun mit Farbtönen wie Petrol, Aubergine oder Puderrosa. Bunte, grelle Farbkombinationen sind passé. Monochrom ist das neue bunt. Durch die Komposition von Möbeln, Wandfarbe und Dekoration in einem einheitlichen Farbspektrum haben wir die Möglichkeit Farbe in unsere Wohnungen zu holen ohne bunt zu sein. Schwere, weiche Stoffe wie beispielsweise Samt unterstützen das Bedürfnis nach Ruhe und Geborgenheit.
In diesem Jahr ebenfalls nicht wegzudenken sind geflochtene Möbel jeglicher Art. Hauptsächlich in Sitzmöbeln zu finden, feiert diese traditionelle Handwerkskunst ihr Comeback mal klassisch und schlicht, mal bunt und modern.

Die künstlerischen Sonderflächen mit themenbezogenen Installationen einiger dazu geladener Aussteller gab es zwischen den Gängen ebenfalls wieder zu bestaunen. So vielfältig und abwechslungsreich, konnten sie doch nicht immer vom rahmengebenden Netz ablenken, das im Vergleich doch recht lieblos montiert schien.

Auffällig oft finden sich Lamellen in der Standgestaltung wieder. Unterschiedlich interpretiert und inszeniert, sind sie schmal oder breit, dicht oder locker in einer Vielzahl der Stände zu sehen. Ob dies nun auch zu einem Trend für unseren Wohnraum führen wird? Lassen wir uns überraschen.
.

Frankfurter Buchmesse 2017: Francfort en français

21. September 2017

Kennen Sie Jean La Fontaine? Nein? Dann sind Sie gewiss kein Franzose, denn in Frankreich kennt wohl jeder den berühmten Schriftsteller.
Seine Verse zählen zu den Klassikern der französischen Literatur.

Jean La Fontaine lebte von 1621 bis 1695 und schrieb in einem Vierteiljahrhundert 12 Bücher mit mehr als 250 Fabeln. Noch heute muss jeder französische Schüler in seiner Schulzeit mindestens eine der Fabeln des Dichters auswendig lernen. Warum wir Ihnen das überhaupt erzählen? In diesem Jahr ist Frankreich Ehrengast der Frankfurter Buchmesse. „Francfort en français“ eben.

Le Lion et le Rat
Il faut, autant qu’on peut, obliger tout le monde :
On a souvent besoin d’un plus petit que soi.
De cette vérité deux Fables feront foi,
Tant la chose en preuves abonde.
Entre les pattes d’un Lion
Un Rat sortit de terre assez à l’étourdie.
Le Roi des animaux, en cette occasion,
Montra ce qu’il était, et lui donna la vie.
Ce bienfait ne fut pas perdu.
Quelqu’un aurait-il jamais cru
Qu’un Lion d’un Rat eût affaire ?
Cependant il advint qu’au sortir des forêts
Ce Lion fut pris dans des rets,
Dont ses rugissements ne le purent défaire.
Sire Rat accourut, et fit tant par ses dents
Qu’une maille rongée emporta tout l’ouvrage.
Patience et longueur de temps
Font plus que force ni que rage.

Der Löwe und die Maus
Gerade zwischen den Tatzen eines Löwen kam eine leichtsinnige Maus aus der Erde. Der König der Tiere aber zeigte sich wahrhaft königlich und schenkte ihr das Leben. Diese Güte wurde später von der Maus belohnt – so unwahrscheinlich es zunächst klingt. Eines Tages fing sich der Löwe in einem Netz, das als Falle aufgestellt war. Er brüllte schrecklich in seinem Zorn – aber das Netz hielt ihn fest. Da kam die Maus herbeigelaufen und zernagte einige Maschen, so dass sich das ganze Netz auseinanderzog und der Löwe frei davongehen konnte.

Linktipp: Frankreich als Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2017

Barrierefreiheit: Messen ohne Hindernisse

13. Juni 2017

Barrierefreiheit ist kein Randthema. Menschen mit Behinderung fordern zu Recht gesellschaftliche Teilhabe. Und die beginnt mit Rampen, Fahrstühlen, breiten Zu- oder Durchgängen, automatisch öffnenden Türen sowie rollstuhlgerechten Toiletten. Auch in der Messebranche wird dem Thema inzwischen Raum zugestanden. Messeveranstalter, die Barrierefreiheit anstreben, müssen dabei bisher selbstverständliche Standards ändern. Das Gleiche gilt für Messearchitekten, die barrierefreie Messeauftritte gestalten möchten. Es reicht nicht aus, wenn sich Rollstuhlfahrer ungehindert in Hallen oder an Ständen bewegen können. Für Besucher mit Hörgeräten, die von der Lautstärke und dem Stimmengewirr überfordert sind, kann eine angepasste Beschallung hilfreich ist. Menschen mit Sehbehinderungen können durch ein klar strukturiertes Leitsystem bei der Orientierung unterstützt werden. Bei Diskussions- und Vortragsveranstaltungen sollten die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung berücksichtigt werden. Video- und Bewegtbild-Präsentationen lassen sich um Gebärdensprache oder Untertitel erweitern und veränderbare Schriftgrößen bei digitalen Texten erleichtern das Lesen.

Maßnahmen, die Barrierefreiheit auf Messen ermöglichen, sollten von Anfang an von allen Teilnehmern auf allen Ebenen angesprochen werden. Vielfach geht es um Veranstaltungstechnik, die der Veranstalter bereitstellen muss. Mit wohldurchdachten Anmeldetools lassen sich die speziellen Bedürfnisse der Besucher abfragen. Mindestens ebenso wichtig ist es, dass Messebauunternehmen und Agenturen den Dialog mit ihren Kunden suchen und diese frühzeitig für das Thema sensibilisieren.

Von einer barrierefreien Veranstaltung profitieren nicht nur Besucher mit Behinderung, sondern alle Messeteilnehmer. Ältere Menschen, die – auch ohne behindert zu sein – in ihrer Beweglichkeit, ihrem Seh-, Hör- oder Wahrnehmungsvermögen eingeschränkt sind. Messebesucher mit Gipsverband und Krücken. Eltern, die eine Messe mit einem Kinderwagen besuchen. Sie alle können vor ähnlichen Hindernissen stehen wie ein Rollstuhlfahrer, ein Kleinwüchsiger oder ein Sehbehinderter. Nicht zuletzt lässt sich eine barrierefrei gestaltete Messe gut nach innen und außen kommunizieren – und vermarkten.

Lektüretipp: In ihrem Blog „Stufenlos“ hat die behinderte Autorin Christiane Link mehr als 200 Beiträge veröffentlicht, um auf die Bedürfnisse von behinderten Menschen aufmerksam zu machen und um mögliche Lösungen für Defizite aufzuzeigen.

Hannover Messe 2017: Wer baut in Zukunft unsere Autos?

8. Mai 2017

Einer meiner ersten Messebesuche und dann direkt die Weltleitmesse der Industrie – die Hannover Messe. Mein Name ist Anna-Lena Heukrodt und ich bin seit Oktober letzten Jahres duale Studentin bei imb: troschke und war mit einer unserer Architektinnen auf der Hannover Messe. Ich wusste gar nicht, wo ich zuerst hinschauen sollte. Erstmal orientieren. In welcher Halle befinde ich mich und wo muss ich hin, um meine Kollegin zu finden?

Alle Hallen des weltweit größten Messegeländes waren mit Ausstellern belegt. Es gab nochmal separate Leitmessen, wie z.B. die ComVac oder die Digital Factory und riesige Messestände von Weltkonzernen aus den unterschiedlichsten Branchen.

Von der einzelnen Roboterhand bis zu den mächtigsten Roboterarmen weltweit, die problemlos Autos oder riesige LED-Leinwände in jegliche Richtung bewegen können – auf der Hannover Messe war alles vertreten, was die Arbeit erleichtern soll. Es wurden viele Assistenzsysteme vorgestellt, die Menschen bei der Arbeit unterstützen sollen. Sei es in der Automobilindustrie oder Lagerlogistik. Vor allem das Schwenken von Autos und diversen anderen Gegenständen war bei vielen Herstellern besonders beliebt. Das Unternehmen HIWIN hat sich dafür entschieden, Laserschwerter wie bei Star Wars von Roboterarmen schwingen lassen.

Digitalisierung, Industrie 4.0, Innovation und Wachstum waren Schlagworte der Hannover Messe 2017 – vor allem der Begriff „Industrie 4.0“ ist mir häufig ins Auge gesprungen. Und ständig begegneten wir Menschen mit AR- oder VR-Brillen, die wirr in der Luft gestikulieren und ihre Umwelt scheinbar gar nicht mehr wahrgenommen haben.

Die Frage, die sich mir nach der Messe stellt: Wie entwickelt sich das Arbeitsleben in den nächsten Jahren? Gibt es bald auch Roboter, die für ihre Studenten lernen?

Spielwarenmesse 2017: Technologien spielend erleben

3. Februar 2017

Es war unser erster Besuch. Getrieben von dem Thema der Digitalisierung hat es uns nach Nürnberg gezogen. Wie wird die Technologie, die für uns oftmals so komplex und reizüberflutend ist, in Kinderzimmer Einzug halten? Und aus der Sicht als Messeberater: Wie wird der Veranstalter diese Themen umsetzen?

Die Antwort lautet: Spielend!

Jedem seinen Raum.
Die Struktur der Hallen ist gut und übersichtlich. Holzspielzeuge hier, Fahrräder und Modellflugzeuge dort. Gut gebündelt, gut angeordnet. Wir verlaufen uns nicht. Wollen aber in die Halle 3A.

Wir sind gespannt. tech2play ist ein zentrales Thema der Messe und wir sind nach kurzer Zeit mittendrin.
Electronic Pets, Robot Toys, RC Drones, Virtual Play und 3D Printing. Stationen, besetzt mit einem überaus gut geschulten und freundlichen Personal bringen den Interessierten die neuen Tools für die Kinderzimmer nahe. Drohnen, die über Wände laufen können oder der bezahlbare 3D Drucker, der spielend bedienbar ist und im Nu Figuren entstehen lässt.
Augmented Reality wird zu einem fesselnden Spiel. Alles wird, da sind wir uns sicher, zu einer selbstverständlichen Zukunftstechnologie heranwachsen und für die nächste Generation unverzichtbar werden.

 

Die Halle 4A wartet mit geballter Kommunikation und Information auf. Die Trend Gallery informiert so aufgeräumt wie die Vorkommunikation des Veranstalters: Die Beobachtung der Marktentwicklung in Ihrem BLOG und die eindeutige und konsequente Besetzung der Themen. Hier hat ein professionelles Team ganze Arbeit geleistet und die Messe gekonnt umgesetzt.
In dieser Umgebung sind auch die Areale „Made in Germany“ und „Newcomer“ angesiedelt. Pfiffige kleine Stände ermöglichen es Messeneulingen sich auf kleinstem Raum mit ihren Produkten zu präsentieren. Toll auch für die Besucher.

Was ist unser Resumee?

Für uns die spielerische Auseinandersetzung mit den neuen Technologien. Dass uns ein Roboter demnächst beim Staubsagen unterstützen wird, ist schon Realität. Dass er in der Altenpflege eine Rolle spielen wird nahe Zukunft. Dass wir auf Tomaten, Avocados und Mandarinen trommeln werden um unser musikalisches Talent zu entdecken, wird nicht passieren.

Wir kommen aus einer Welt voll Phantasie zurück und müssten eigentlich nächstes Jahr wieder hin. Eine Messe, die inspiriert. Spielerisch und locker flockig.

Isa & Andrea

Möbelmesse 2017: Eindrücke und Trends #immspired

24. Januar 2017

Allgegenwärtig sind Grünpflanzen auf der diesjährigen Möbelmesse. Ob große Blätter in einer Vase arrangiert, ganze Trennwände grün bepflanzt oder als Revival der Blumenampeln – Pflanzen ersetzen die Blumen auf dem Stand und bringen noch eine weitere, lebendige Dimension in den Trend der Naturmaterialien im Haus.
Ob von den „Urban Jungle Bloggers“ wieder in Mode gebracht oder von der Pantone Farbe des Jahres „Greenery“ inspiriert – Grünpflanzen sind wieder modernes Element und Teil der Standkonzepte.

.
Neben den Möbeln als Ausstellungsstücke treten immer wieder Details in den Focus: Liebevolle Dekoration und witzige Details geben dem Besucher etwas zum Entdecken und Schmunzeln und erwecken die Ausstellung zum Leben.

.
Kern einer jeden Messe ist die Begegnung und das Gespräch vor Ort. Auf der imm sehr schön erlebbar und von einigen Ausstellern auch bewusst thematisiert. An langen Tischen finden sich Kunden und Aussteller zusammen und unterschiedlichste Gespräche werden parallel geführt. Eine familiäre angenehme Atmosphäre entsteht und wird auch von der Messe in den öffentlichen Caféflächen weitergetragen und gefördert.

#immspired #imm2017
#immspired #imm2017

.
Kleine Sonderflächen in den Gängen beschäftigen sich mit Ausstellungsstücken oder Themen der Aussteller und bringen einen etwas künstlerischen Ansatz in die Hallen. Diese bieten den Künstlern eine Bühne um abseits der Produktpräsentation Anstöße zu geben und Anliegen zu thematisiseren. So gab es neben einer bequemen Sitzlandschaft eine Demo gegen vorhangfreie Fenster und eine Hommage an Naturfasern zu bestaunen.

.
Mit dem neuen Format „immspired – the bloggers‘ trend show“ geht die Möbelmesse nun auch einen Schritt in Richtung Online Community. Die zwei bekannten Interior-Blogger von decor8 und vosgesparis haben in Zusammenarbeit mit ausstellenden Firmen eigene Standflächen gestaltet und dabei Ihre Lieblingsprodukte präsentiert. Neben einem Highlight auf der Messe selbst erreichen Blogger und die Messe damit eine jüngere moderne Zielgruppe fernab der eingestaubten Möbelhäuser und ganz nebenbei eine deutliche Präsenz in den Social Media unter dem Stichwort #immspired.

Unterwegs in Köln waren Isabel und Claudia:

#immspired #imbtroschke
#immspired #imbtroschke

Messestände in Zeiten digitaler Präsenz

5. Januar 2017

Globalisierung, Digitalisierung, Industrie 4.0: Mit diesen Schlagworten kann man die Herausforderungen umreißen, denen sich Unternehmen gegenübersehen. Wer in dieser Welt erfolgreich sein will, muss sich weiterentwickeln und Veränderungen aktiv begleiten. Veränderung kann dabei viel bedeuten: Transformation, Aufbruch, Trend oder Fortschritt; Abkehr, Rückschritt oder sogar Verzicht.

So mannigfach die Bedeutungen, so reduziert die Metapher, die wir dafür gefunden haben: Die auf den Rücken gebundene Haifischflosse verwandelt einen trägen Karpfen in etwas Neues. Der veränderte Fisch hat Attribute hinzugewonnen, mit denen er sowohl in seinem Süßwasserteich als auch im großen Meer leben kann. Durch die Transformation werden seine Sinne geschärft. So agiert er intelligent in veränderten Märkten: mit dem richtigen Riecher für Trends, einem Auge für das Wesentliche, einem offenen Ohr für Kunden, gutem Geschmack und dem Mut, Risiken einzugehen, wenn sie Erfolg versprechen.

Was heißt das für Messen?

Märkte verändern sich durch die fortschreitende Digitalisierung. Mit welchen Konzepten reagieren Messen auf diesen Wandel? Welche Veränderungen erleben wir als Aussteller und als Besucher? Wie wirkt sich die Marktveränderung auf Messestände aus? Welche Veränderung ist dort nur modischer Hype, welche notwendig oder von Dauer? Aller Digitalisierung zum Trotz bleibt ein Messestand schließlich stets, was er ist: ein realer Ort, an dem Menschen sich begegnen und miteinander sprechen. Hier können Materialien angefasst und Produkte ausprobiert werden. Er ist ein realer Ort, an dem es um Menschen und um Gefühle geht. Darum, Begeisterung zu wecken, Feedback zu erhalten, das eigene Unternehmen authentisch und stilvoll zu präsentieren. Hier werden Geschäfte besprochen und abgeschlossen.

Ganz gleich, ob wir digitale Welten erschaffen oder eine Bühne für Ihre Marke bauen: Für uns steht der Mensch im Mittelpunkt. Das persönliche Gespräch und das Miteinander.

Daher ist das Bild der Transformation – der Karpfen mit der Haifischflosse – eine Metapher, die auch zu uns passt. Der eine ergründet die Tiefen seines Teichs, der andere durchstreift mit messerscharfen Sinnen die Weiten der See. Als Symbiose ergänzen die Eigenschaften des einen die Besonderheiten des anderen. Das spart nicht nur Kosten und Zeit, sondern stärkt auch Vertrauen. Diese partnerschaftliche Symbiose ist Teil dessen, was schon unsere Großväter betrieben haben: ehrbare Kaufleute zu sein und zugleich auf die Stärken des Geschäftspartners zu vertrauen.