52 Seiten umfasst der neue Leitfaden von AUMA und fwd: zum Ressourcenmanagement in der Messewirtschaft. Seine zentrale Botschaft: Was nach einer Messe mit einem Stand geschieht, entscheidet sich lange vor dem Aufbau.
Schon im Briefing, im Entwurf und in der Konstruktion wird festgelegt, ob Bauteile wiederverwendet, repariert und sortenrein getrennt werden können – oder ob am Ende vor allem Abfall entsteht. Der Leitfaden folgt deshalb einer klaren Reihenfolge: Vermeiden. Wiederverwenden. Rückführen.
Zuerst wird geprüft, was für die gewünschte Wirkung tatsächlich gebraucht wird. Danach geht es darum, Bauteile möglichst lange im Einsatz zu halten. Erst was nicht wiederverwendet werden kann, soll in einen Materialkreislauf zurückgeführt werden. Das klingt selbstverständlich. Im Messealltag verlangt es jedoch ein anderes Zusammenspiel.
Kreislauffähige Konzepte entstehen, wenn Strategie, Gestaltung, technische Planung, Produktion, Logistik und Rückführung früh miteinander arbeiten. Materialien allein machen einen Messestand noch nicht nachhaltig. Entscheidend ist, wie sie verarbeitet und verbunden werden, ob sich Elemente demontieren lassen, wer sie nach dem Einsatz übernimmt und wann sie wieder gebraucht werden. Damit bekommt das Handwerk eine neue strategische Bedeutung. Produktionswissen wird bereits im Entwurf zur Zukunftskompetenz. Wer weiß, wie sich etwas fertigen, montieren, reparieren, lagern und erneut einsetzen lässt, kann Gestaltung und Ressourceneinsatz sinnvoll miteinander verbinden.
Gleichzeitig wird Nachhaltigkeit messbarer. Der Leitfaden empfiehlt Material- und Stücklisten, definierte Rücknahmepfade sowie Kennzahlen für Wiederverwendung, Materialkreisläufe, Sekundärrohstoffe und Transportaufwand. In Ausschreibungen soll künftig stärker die Wirtschaftlichkeit über mehrere Einsätze betrachtet werden – und damit der Wert eines durchdachten Gesamtkonzepts.
Der eigentliche Fortschritt liegt deshalb weniger in einem neuen Material als in einem besseren Prozess: Die richtigen Kompetenzen arbeiten frühzeitig, verbindlich und über den gesamten Nutzungszyklus hinweg zusammen. So wird aus einem Messestand kein kurzlebiges Einzelstück, sondern ein gestaltbares System mit Zukunft.
Zum Leitfaden von AUMA und fwd:























