Nachfolge ist selten der Moment, in dem der Schlüssel übergeben wird. Sie ist der Weg dorthin. Ein Weg, der in Jahren gedacht wird, nicht in Terminen. Seit 2026 trägt Denis Beutler als neuer Eigentümer von imb troschke die Verantwortung für diese nächste Etappe – und damit für ein Unternehmen, das seit über 90 Jahren Marken im Raum sichtbar macht.
Für Beutler war die Übernahme kein rein formaler Schritt. „Mich interessieren Unternehmen, die Haltung haben“, sagt er. „imb troschke ist aus einer Werkstattkultur entstanden, hat sich in der Messewelt einen Ruf erarbeitet und ist bis heute geprägt von Präzision und Zusammenarbeit. Diese DNA ist wertvoll – und sie lässt sich weiterentwickeln.“
Während viele Nachfolgen darauf zielen, Bestehendes zu bewahren, sieht Beutler den Mehrwert in der Verbindung von Stabilität und struktureller Erweiterung. Denn die Anforderungen an Messearchitektur und Messemanagement haben sich verändert: Projekte sind modularer, Fertigungstiefe wird relevanter, und die Fähigkeit, komplexe Prozesse unter knappen Zeitfenstern zuverlässig abzubilden, ist zum Qualitätskriterium geworden.
Aus diesem Grund ist imb troschke im Zuge der Nachfolge Teil der WUM Gruppe geworden. Der Verbund aus WUM Brand Spaces in Aschaffenburg und einer angeschlossenen Werbeagentur in Köln erweitert die bisherige Struktur um zusätzliche Fertigungs-, Technik- und Umsetzungskapazitäten. Für Beutler war dies kein kosmetischer Schritt, sondern eine bewusste strategische Entscheidung: „Wir brauchen Produktionskompetenz, integrierte Planung und die Fähigkeit, Lastspitzen sauber zu managen. Mit der Gruppe können wir das – und wir behalten die Identität von imb troschke.“
Parallel wurde die Führungsstruktur weiterentwickelt. Mit Bastian Schmitte und Marcel Maier rücken zwei erfahrene Führungskräfte in operative Doppelrollen hinein: Sie tragen bereits Verantwortung bei WUM Brand Spaces und begleiten gleichzeitig die Weiterentwicklung von imb troschke. Zum einen entsteht dadurch eine neue Kontinuitätsschicht im Unternehmen, zum anderen wird das Wissen aus Projekten aktiv zwischen den Unternehmen vernetzt.
Beutler selbst bringt eine klare Stärke ein: die Fähigkeit, Unternehmensprozesse schlank abzubilden und systemisch zu vernetzen – ein Kernfaktor in einer Branche, deren Projekte auf Taktung, Materialflüsse, Abstimmung und Qualitätssicherung angewiesen sind. Für imb troschke bedeutet dies, dass die handwerkliche, planerische und räumliche Expertise des Unternehmens durch eine zusätzliche operative Systematik ergänzt wird.
Warum Nachfolge Entwicklung braucht
Die Nachfolge bleibt dennoch ein Prozess. Andrea Walburg und Randolph Maurer begleiten den Übergang persönlich über fünf Jahre. Sie sorgen dafür, dass Haltung, Qualitätsverständnis und Kundenerfahrung nicht verloren gehen, sondern bewusst weitergegeben werden. Beutler sieht darin weniger eine Übergabe als eine Fortsetzung: „Wir bauen nicht neu, wir knüpfen an. Das ist der Unterschied.“
Nachfolge ist hier kein Abschied. Sie ist eine Öffnung. Für die nächste Etappe – und für die vierte Generation.